Aus dem Leben mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Jeder Mensch ist einzigartig – jede Erfahrung mit CED auch. Auf dieser Seite findest Du Erfahrungen einzelner Patienten, die diese mit Dir teilen möchten. Vielleicht geben sie Dir Anregungen für Deinen Umgang mit der Erkrankung oder das nächste Arztgespräch. Auch wenn es sich um sehr individuelle Erlebnisse und Sichtweisen handelt, sollen Dir die Beiträge Mut machen und zeigen, was mit – oder trotz – CED alles möglich sein kann.

LEBEN MIT CED: Erfahrungsberichte


Aus dem Leben mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Jeder Mensch ist einzigartig – jede Erfahrung mit CED
auch. Auf dieser Seite findest Du Erfahrungen
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Vielleicht geben sie Dir Anregungen für Deinen
Umgang mit der Erkrankung oder das nächste
Arztgespräch. Auch wenn es sich um sehr individuelle
Erlebnisse und Sichtweisen handelt, sollen Dir die Beiträge
Mut machen und zeigen, was mit – oder trotz – CED
alles möglich sein kann.


Thema
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Im Job mit Morbus Crohn


Jan*, 40 Jahre

 
Diagnose: Morbus Crohn
 
Bericht: Januar 2015

Morbus Crohn habe ich bereits seit mehr als 25 Jahren und damit auch mein ganzes Berufsleben lang. Ich bin IT-Projektleiter und seit 10 Jahren bei der jetzigen Firma angestellt. Einfluss auf meinen Berufsweg hatte die Krankheit in gewisser Weise schon. Denn ein paar Sachen, die meist für die Karriere nützlich sind, habe ich nicht wahrgenommen. Dazu gehören Projekte außerhalb von Deutschland. Eine Woche im Ausland ist ja nicht weiter problematisch. Bei größeren Projekten hingegen – wie wir sie häufiger z. B. in Saudi-Arabien oder den USA haben –, die über Monate gehen, ist das aber schon schwieriger. Es kann schon sein, dass solche Auslandserfahrungen meine Karriere etwas beschleunigt hätten.

Positive Resonanz auf die Erkrankung

Bis vor einem Jahr wussten nur meine ganz engen Kollegen von der Krankheit, seit einem halben Jahr weiß es auch mein Vorgesetzter. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass Morbus Crohn und Colitis ulcerosa heute mehr Leuten bekannt sind als noch vor 20 Jahren. Häufiger höre ich, dass Kollegen im Familien- oder Freundeskreis jemanden mit CED kennen und sie daher auch schon ein Bild von der Erkrankung haben. Ich muss dann nicht so viel erklären – das ist ein Vorteil. Andererseits sind CED natürlich einfach sehr verschieden und es gibt unterschiedliche Ausprägungen. Als ich beispielsweise meinem Chef davon erzählte, sagte er, dass seine Mutter auch Morbus Crohn hat und er das für sie zwar als lästig wahrnimmt, aber nicht weiter problematisch. Er hat aber auch gleich gefragt, ob er mein Arbeitsumfeld irgendwie anders gestalten kann, um mir meinen Berufsalltag zu erleichtern. Das war sehr positiv.

Beruflich unterwegs – und der Morbus Crohn?

Wenn ich dienstlich für ein paar Tage unterwegs bin, bereite ich mich darauf vor: Ich nehme Lebensmittel mit, die ich vertrage und die auch ohne Kühlschrank haltbar sind. Ein Problem ist häufig das Hotelfrühstück: Viele Brot- oder Brötchensorten kann ich nicht essen, weil Weizen für mich unverträglich ist. Deswegen mache ich mir schon vorher Gedanken, was ich problemlos vertrage, und nehme das einfach mit. Es fällt dann ja auch nicht weiter auf, wenn man im Hotel nicht zum Frühstück geht, sondern einfach auf dem Zimmer etwas isst. Bei einem überschaubaren Zeitraum von ein paar Tagen kann man das ohne Weiteres so machen. Glücklicherweise bin ich mit einem Firmenwagen unterwegs, habe also immer die Möglichkeit, genügend Lebensmittel mitzunehmen. Im Flugzeug oder in der Bahn wäre das wohl nicht so einfach.

Zusammen mit Kunden: Kantine und Restaurant

Schwieriger wird es dann schon, wenn man beim Kunden vor Ort ist und in die Kantine eingeladen wird. Da will ich dann nicht von der Erkrankung sprechen. Vor Jahren war das für mich oft noch ein richtiges Problem, weil mir Kantinenessen einfach nicht die nötige Auswahl gelassen hat. Heute wird in vielen Kantinen auch ein Salatbuffet angeboten. Im Gegensatz zu den „Kantinen-Klassikern“ wie Schnitzel und Currywurst, bei denen man nie ganz genau weiß, was so alles drin ist, eine gute Alternative. Ich kann mir dann einen Salat genau so zusammenstellen, wie ich ihn vertrage. Wenn das nicht geht und ich mit einem leeren Tablett an den Tisch komme – was früher häufiger der Fall war – greife ich immer auf eine praktische Erklärung zurück: Lebensmittelunverträglichkeit. Das ist einfach für viele Menschen ein Begriff und wird auch akzeptiert. Wenn zum Geschäftsessen abends ins Restaurant geladen wird, kann sich das mit dem Essen schwieriger gestalten. Gerade in besseren Restaurants wird man dann schon mal schief angeguckt, wenn man eher auf ein sehr einfaches Gericht zurückgreift. Auch da nutze ich die Erklärung, dass ich eine Lebensmittelunverträglichkeit habe. Wenn man sich die Argumente gut überlegt, ist das dann meistens auch in Ordnung. Anders ist es beim Alkohol. Wenn zum Abschluss an der Bar noch ein Bier, Wein oder Whisky getrunken wird – oder mehrere. Da muss man auch nach vielfacher Nachfrage einfach dabei bleiben: Nein, geht nicht! Oft ist dafür an dieser Stelle aber kein Verständnis da. Insgesamt hat mir bei all diesen Situationen geholfen, dass ich mir eine gute Schlagfertigkeit antrainiert habe. Oft überlege ich mir einfach vorher schon, wie ich in der einen oder anderen Situation reagieren kann. So gelingt es mir häufig, auch auf blöde Sprüche – etwa weil ich nur Wasser zum Essen bestellt habe – gut zu kontern.

Weitere Infos zu Berufsleben und CED

Die Erfahrungen, die Jan mit Morbus Crohn im Berufsleben gemacht hat, sind nur eine Möglichkeit unter vielen. Welchen Einfluss die CED auf die Arbeit hat, kann sehr unterschiedlich sein. Wenn Du mehr zum Thema Beruf und CED erfahren möchtest, klick hier.

Erstellt am: 19.01.2015
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