Informationen für das Umfeld bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa


Familie, Freunde, Partner und Kollegen

Eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung:
Von außen ist sie nicht zu sehen, jedoch gibt es kaum
einen Lebensbereich, auf den sie keinen Einfluss nimmt.
Familie, Arbeit, Freizeit, Freundeskreis, Partnerschaft –
alle Personen aus dem näheren Umfeld von Menschen
mit CED können dazu beitragen, diese zu unterstützen.
Thema
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5 Dinge, die Du zu Menschen mit CED nicht sagen solltest


Du hast jemanden mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa  in der Familie, in Deinem Freundeskreis oder unter den Kollegen? Dann ist es grundsätzlich erst einmal positiv, wenn Du das Thema CED nicht aussparst. Damit signalisierst Du Deinem Gegenüber, dass Du Dich für ihn interessierst und Dir auch über die Erkrankung Gedanken machst. Es gibt jedoch ein paar unbedachte Aussagen und Ratschläge, die Menschen mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa immer mal wieder zu hören bekommen. Sie können verletzen oder auch einfach nerven – obwohl sie gut gemeint sind. Wir geben Dir ein paar Tipps, damit Du potenzielle Fettnäpfchen umschiffen kannst.
  1. Ich weiß, wie Du Dich fühlst.
    Obwohl mit dieser oder ähnlichen Aussagen eigentlich Verständnis zum Ausdruck gebracht werden soll, kommt sie bei Menschen mit CED nicht so gut an. Selbst nach einer überstandenen Magen-Darm-Grippe haben Darmgesunde keine Vorstellung davon, was eine CED wirklich bedeutet: Unzählige Male pro Tag zur Toilette eilen, unerträgliche Bauchschmerzen haben, und das nicht nur für ein paar Tage, sondern über einen langen Zeitraum. Dazu die Ungewissheit, ob und wann ein neuer Schub kommt. Das ist mit einer Magenverstimmung einfach nicht vergleichbar
  1. Du siehst gar nicht so krank aus.
    Das könnte jemand mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa womöglich in den falschen Hals bekommen. Denn indirekt könnte sich dahinter die Aussage verstecken: „So schlecht kann es Dir nicht gehen.“ Tatsächlich sind Durchfall, Bauchschmerzen, Abgeschlagenheit und andere Beschwerden von CED von außen nicht unbedingt sichtbar. Daraus lässt sich jedoch nicht auf die wirkliche Verfassung schließen. Vielleicht ist es demjenigen auch wichtig, sich nicht immer anmerken zu lassen, wie es ihm geht. Nach dem Befinden zu fragen ist o. k. – Mutmaßungen darüber allerdings nicht.
  1. Versuch’s doch mal mit einer Ernährungsumstellung.
    Hausmittel, alternative oder auch zweifelhafte Heilmethoden, exotische Diäten – das alles sind gut gemeinte Ratschläge, die Menschen mit CED häufig erhalten. Jemand mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa wird jedoch in der Regel selbst nichts unversucht gelassen haben und weiß am besten, was ihm guttut und was nicht. Was bei CED hilft, ist die medizinische Betreuung durch einen Arzt, der auf CED spezialisiert ist. Er kennt sich mit der Diagnose und Behandlung aus und kann die passende Therapie empfehlen. Das ist der Weg, wirksam und langfristig gegen die Beschwerden anzugehen und langfristige Schäden im Darm zu verhindern.
  1. Och los, gib Dir einen Ruck und komm mit!
    Leider kommt es mit einer CED manchmal nicht darauf an, sich einfach nur „aufzuraffen“. Es gibt Zeiten, da müssen Menschen mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa darauf verzichten, ins Kino, in die Kneipe oder auf einen Ausflug mitzukommen. Das ist dann nicht, weil sie keine Lust haben. Es geht nicht – wegen der Bauchschmerzen, dem Durchfall oder weil die Kraft nicht reicht. An anderen Tagen klappen gemeinsame Aktivitäten dann wieder. Wichtig ist, dass Du trotzdem beim nächsten Mal wieder fragst – ohne zu drängeln. Vielleicht gibt es ja auch eine alternative Unternehmung, die für alle passt, z.B. ein Videoabend auf der eigenen Couch.
  1. Toll, wie Du abgenommen hast!

    Was für viele Menschen ein Kompliment ist, hat bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa möglicherweise einen anderen Hintergrund. Ist die Krankheit aktiv, kann der Körper manchmal nicht ausreichend Kalorien aufnehmen. Eine Gewichtsabnahme kann also ein Zeichen dafür sein, dass es jemandem nicht gut geht. Wenn Kortisonpräparate in hoher Dosierung genommen werden, ist es manchmal umgekehrt. Eine Gewichtszunahme oder ein „Mondgesicht“ können die Folge sein. Auch dafür können Menschen mit CED nichts. Bei einer Gewichtsveränderung ist es also besser, sich nach der Ursache zu erkundigen, als diese vorschnell zu bewerten.
Erstellt am: 10.10.2016
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