Informationen für das Umfeld bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa


Familie, Freunde, Partner und Kollegen

Eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung:
Von außen ist sie nicht zu sehen, jedoch gibt es kaum
einen Lebensbereich, auf den sie keinen Einfluss nimmt.
Familie, Arbeit, Freizeit, Freundeskreis, Partnerschaft –
alle Personen aus dem näheren Umfeld von Menschen
mit CED können dazu beitragen, diese zu unterstützen.
Thema
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CED-Infos für Arbeitgeber und Kollegen


CED im Job

Den Lebensunterhalt verdienen, berufliche Selbstbestätigung und Selbstverwirklichung – der Lebensbereich Arbeit ist für viele Menschen wichtig und existenziell – mit und ohne CED. Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen treten in den meisten Fällen zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr auf. Das bedeutet, dass die Krankheit sowohl in der Zeit der Berufswahl und Ausbildung als auch im gesamten weiteren Berufsleben vorliegen kann. Aufgrund der Erkrankung ist von Menschen mit CED oft eine extra Portion Energie und Engagement bei der Arbeit gefordert, um das gleiche zu erreichen, wie gesunde Kollegen. Die Beschwerden der CED, regelmäßige Arztbesuche, mögliche Fehltage oder Krankenhausaufenthalte – das können Faktoren sein, welche die Erkrankung mit sich bringt. Beim Erkrankten selbst kann es zu schlechtem Gewissen gegenüber den Kollegen und zu Angst vor Benachteiligung am Arbeitsplatz oder vor dem Arbeitsplatzverlust kommen. Wichtig ist es für Menschen mit CED daher, ein Arbeitsumfeld zu haben, in dem – sowohl durch die Kollegen als auch den Arbeitgeber – die Bereitschaft für Unterstützung und Akzeptanz vorhanden ist. Oft sind es schon kleine Dinge – ein wenig Flexibilität bei der Arbeitszeit, Verständnis seitens der Kollegen – die einen großen Unterschied machen können. Eine sehr gute Voraussetzung, um Menschen mit CED im Beruf zu unterstützen, ist es in jedem Fall, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Das berufliche Potenzial, das ein Mitarbeiter oder Kollege mit CED hat, ist unabhängig von seiner Erkrankung. Voll ausschöpfen kann er es häufig jedoch nur, wenn die Bereitschaft besteht, das Arbeitsumfeld in einem gewissen Rahmen an seine Bedürfnisse anzupassen. Das ist zum Vorteil für alle – ihn, den Arbeitgeber und die Kollegen.

Mein Kollege hat CED

Bei der Arbeit gibt es jemanden, der CED hat. Wie soll ich als Kollege damit umgehen? Die Antwort auf diese Frage hängt natürlich auch von der individuellen Situation ab. Wie gut kenne ich den Kollegen? Wie nah arbeite ich mit ihm zusammen? Hat er mir selbst von der Krankheit erzählt oder habe ich es über den Flurfunk erfahren? In vielen Fällen ist ein gesundes Maß an Offenheit angebracht. Besser, den Kollegen einmal direkt ansprechen, als ihm das Gefühl zu geben, es wird hinter seinem Rücken über ihn - oder die Krankheit - gesprochen. Vielleicht gibt das ja auch die Möglichkeit, besser zu verstehen, warum ein paar Dinge anders sind. Missverständnisse können so vermieden werden. Dem Kollegen werden flexiblere Arbeitszeiten zugestanden? Das hat nichts mit Bevorzugung zu tun - so kann er Arzttermine oder auch Phasen, in denen er Beschwerden hat, besser mit dem Job vereinen. In der Kantine hat er immer Extrawünsche? Er ist nicht wählerisch - durch die CED werden einfach häufig bestimmte Lebensmittel nicht vertragen. Verständnis und Unterstützung geben einem Kollegen mit CED die Möglichkeit zu zeigen, was in ihm steckt.

Mein Mitarbeiter hat CED

Viele Menschen mit CED haben im Berufsleben ein ganz einfaches Ziel: Eine faire Chance zu erhalten, ihr berufliches Potenzial einsetzen zu können. Welchen Vorteil kann das für den Arbeitgeber haben? Er gewinnt dadurch womöglich einen sehr engagierten und hochmotivierten Mitarbeiter, der im Leben mit der chronischen Erkrankung bereits gelernt hat, sich besonders gut zu organisieren, seine Aufgaben effektiv zu erledigen und besondere Herausforderungen zu meistern. Häufig gelingt es bereits mit kleinen Anpassungen, das benötigte Arbeitsumfeld zu schaffen. Variable Arbeitszeiten und Pausen oder die Möglichkeit für Homeoffice sind Beispiele dafür. Auch das Sozialrecht bietet eine Reihe von Leistungen für Arbeitgeber, um die berufliche Integration zu fördern. Einige Menschen mit CED und starken Einschränkungen haben eine Schwerbehinderung - für ihre Arbeitgeber kann es dadurch finanzielle Förderungen geben. Zuschuss zur Ausbildungsvergütung, Eingliederungszuschuss, Zuschuss für Probebeschäftigung, finanzielle Förderung zur Schaffung neuer Arbeitsplätze sind nur einige Stichworte in diesem Zusammenhang. Beratung und Informationen bieten die Integrationsämter. Werden gemeinsam Lösungen gefunden, kann eine Arbeitssituation zum Vorteil von allen Beteiligten geschaffen werden: für den Mitarbeiter, den Arbeitgeber und auch die Kollegen im Team.

Tipp für Arbeitgeber und Kollegen 

Streiche über die Tipps um zu blättern.

CED und Immunsystem: Vorsicht bei Infektionen!

Einige Medikamente, mit denen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa behandelt werden, beeinflussen das Immunsystem . Das Risiko, eine Infektionskrankheit zu bekommen, ist dadurch erhöht. Besonders in der Grippe- und Erkältungszeit müssen Menschen mit CED daher besonders aufpassen. Körperkontakt – etwa Händeschütteln –, wenn alles schnieft und hustet, ist dann nicht angebracht. Stattdessen können einfache Hygieneregeln – wie regelmäßiges, gründliches Händewaschen – helfen, eine Ansteckung zu vermeiden.
 
CED und Immunsystem: Vorsicht bei Infektionen!
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Erstellt am: 15.09.2014
Zuletzt geändert am: 11.01.2016
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CED kurz gefasst:
Mach Dich schlau!

Es ist gut, Bescheid zu wissen: Hier erfährst Du kurz gefasst mehr über CED!

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Welche Erfahrungen hast Du damit gemacht, offen mit Morbus Crohn umzugehen und war es ein langer Prozess, diese Form des Umgangs zu lernen?

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Freunde und Bekannte:
Mach Dich schlau!

Es ist gut, Bescheid zu wissen: Hier findest du Infos für Freunde und Bekannte!

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