Informationen für das Umfeld bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa


Familie, Freunde, Partner und Kollegen

Eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung:
Von außen ist sie nicht zu sehen, jedoch gibt es kaum
einen Lebensbereich, auf den sie keinen Einfluss nimmt.
Familie, Arbeit, Freizeit, Freundeskreis, Partnerschaft –
alle Personen aus dem näheren Umfeld von Menschen
mit CED können dazu beitragen, diese zu unterstützen.
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CED-Infos für die Partnerschaft


Füreinander da sein

Eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung – was bedeutet das für eine Beziehung? Auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort. Wichtig ist, was Ihr daraus macht. Dass die CED auch eine Rolle zwischen Euch spielt, ist sehr wahrscheinlich. Welche Rolle das jedoch ist, bestimmt Ihr. Ihr solltet versuchen, ein gutes Gleichgewicht zu finden, indem Ihr die Krankheit nicht ignoriert, aber auch nicht zulasst, dass sie das wichtigste Thema zwischen Euch wird. Offenheit ist eine wichtige Grundlage für Vertrauen und für ein Miteinander auf Augenhöhe. Darüber zu sprechen, was in Euch vorgeht, welche Bedürfnisse oder Bedenken Ihr beide habt, kann Unsicherheiten abbauen. Du möchtest helfen und unterstützen – aber: Wie viel Hilfe ist eigentlich gewünscht? Deine Partnerin oder Dein Partner ist ein selbstständiger Mensch, daran ändert auch die CED nichts. Niemand möchte „in Watte gepackt“ werden. Sprecht darüber, wie Aufgaben verteilt werden können und wo Unterstützung angebracht ist.

Gute Zeiten, schlechte Zeiten mit CED

Es kann Phasen geben, in denen sich die Krankheit mehr zeigt und andere, in denen sie sich zurückhält oder sogar Ruhe gibt. In diesem Auf und Ab ist Flexibilität gefragt. Stellt Euch darauf ein, dass Unternehmungen mal möglich sind, an anderen Tagen aber auch einmal abgesagt werden müssen. Pläne sind gut, aber macht Euch auch einen Plan B. Nutzt die Zeit, wenn es Deiner Partnerin oder Deinem Partner gut geht. Gemeinsame Erlebnisse stärken Eure Beziehung zueinander. Lasst Euch aber auch die nötige Freiheit. Vielleicht braucht Dein Partner oder Deine Partnerin auch einmal Zeit für sich und einen Rückzugsort. Auf der anderen Seite ist es wichtig, dass auch Du Deine eigenen Bedürfnisse nicht vergisst.

Gemeinsam über CED informieren

Wie gut kennst Du Dich eigentlich mit CED aus? Wenn Du Dich – oder Ihr Euch zusammen – gut informierst, kannst Du besser verstehen und besser unterstützen. Vielleicht bist Du ja auch selbst einfach weniger unsicher, wenn Du weißt, worum es genau geht. Auf der anderen Seite zeigst Du Deinem Partner oder Deiner Partnerin damit, dass Du Dich wirklich interessierst. Eventuell kannst Du auch bei wichtigen Arztbesuchen begleiten oder an die Medikamenteneinnahme erinnern. Sprecht über die Therapie und darüber, was während eines Schubs wichtig ist. Was beschäftigt Dich, was Deinen Partner oder Deine Partnerin? Ihr seid beide von der CED sowie ihren Folgen betroffen und mit einer veränderten Situation konfrontiert.

Tipp für die Partnerschaft 

Streiche über die Tipps um zu blättern.

CED und Immunsystem: Vorsicht bei Infektionen!

Einige Medikamente, mit denen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa behandelt werden, beeinflussen das Immunsystem . Das Risiko, eine Infektionskrankheit zu bekommen, ist dadurch erhöht. Besonders in der Grippe- und Erkältungszeit müssen Menschen mit CED daher besonders aufpassen. Körperkontakt – etwa Händeschütteln –, wenn alles schnieft und hustet, ist dann nicht angebracht. Stattdessen können einfache Hygieneregeln – wie regelmäßiges, gründliches Händewaschen – helfen, eine Ansteckung zu vermeiden.
 
CED und Immunsystem: Vorsicht bei Infektionen!
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Zusammen genießen

Die Ernährung spielt bei CED eine wichtige Rolle – trotzdem gibt es keine allgemeingültigen Regeln. Für jeden Mensch mit CED kann es unterschiedliche Nahrungsmittel auf dem Speiseplan geben, die er nicht verträgt. Gemeinsam kochen und essen sollte also kein Problem sein – zumindest in der schubfreien Zeit – wenn man diese meidet. Ein Zettel am Kühlschrank mit den Lebensmitteln, die nicht vertragen werden, sorgt für gemeinsamen Genuss beim Essen. Und wenn wegen der CED einfach einmal der Wunsch besteht, zu Hause zu bleiben – macht es Euch dort gemütlich, vielleicht bei einem DVD-Abend.

Zweisamkeit mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Was bedeutet die CED für Eurer Sexualleben? Ja, sie kann darauf Einfluss nehmen. Wenn die Krankheit aktiv ist, können etwa Schmerzen, Durchfälle oder Erschöpfung dafür sorgen, dass Deinem Partner oder Deiner Partnerin die Lust für eine Weile abhanden kommt. Manchmal ist es für Menschen mit CED auch schwierig, mit körperlichen Veränderungen klar zu kommen. Narben oder ein Stoma  können zu Scham führen – auch wenn es für Dich gar kein Problem ist. Das solltest Du Deinem Partner oder Deiner Partnerin dann auch vermitteln. Sprecht darüber, was Ihr fühlt, was Ihr Euch wünscht, was Euch gut tut, was Euch Angst macht und was Euch unangenehm ist. Manchmal kann es auch helfen, sich aus alten Verhaltensmustern zu lösen und die Sexualität bewusst den aktuellen körperlichen und emotionalen Gegebenheiten anzupassen. Versucht, neue Wege zu finden. Macht Euch auch klar, dass Sexualität viele Facetten hat und sich nicht nur auf den Geschlechtsverkehr beschränkt. Schmusen, berühren, streicheln, eine Massage oder erotische Fantasien – auch das ist an- und aufregend.

Familienplanung mit CED

Ihr wünscht Euch ein Kind und Du bist unsicher, wie sich die CED auf Eure Familienplanung auswirkt? CED und Kinderwunsch schließen sich nicht aus. Es gibt jedoch eine Reihe von Dingen, die geplant und bedacht werden sollten. Kümmert Euch zusammen darum, herauszufinden, was in Eurem Fall wichtig ist. Der Arzt von Deinem Partner oder Deiner Partnerin kann Euch beraten, wann der geeignete Zeitpunkt ist und was Ihr beachten solltet.

Kinderwunsch und CED – ein paar Fakten

  • In der schubfreien Zeit ist die Fruchtbarkeit bzw. Zeugungsfähigkeit bei Menschen mit CED in der Regel nicht eingeschränkt.
  • Frauen mit CED sollten eine Schwangerschaft in der schubfreien Zeit planen.
  • Vor der Verwirklichung des Kinderwunschs sollten – Männer wie Frauen mit CED – klären, ob an der medikamentösen Therapie etwas geändert werden muss.
  • Hat ein Elternteil CED, bedeutet das nicht zwingend, dass auch die Kinder eine CED bekommen müssen. Die Veranlagung für die Erkrankung wird vererbt. Hat ein Elternteil Morbus Crohn, liegt die Wahrscheinlich für das Kind, auch zu erkranken, bei bis zu 10 % und ist damit etwa 10-mal höher als bei gesunden Eltern. Bei Colitis ulcerosa ist das Risiko etwas niedriger.
Erstellt am: 15.09.2014
Zuletzt geändert am: 11.01.2016
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