Informationen für das Umfeld bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa


Familie, Freunde, Partner und Kollegen

Eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung:
Von außen ist sie nicht zu sehen, jedoch gibt es kaum
einen Lebensbereich, auf den sie keinen Einfluss nimmt.
Familie, Arbeit, Freizeit, Freundeskreis, Partnerschaft –
alle Personen aus dem näheren Umfeld von Menschen
mit CED können dazu beitragen, diese zu unterstützen.
Thema
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CED-Infos für Freunde und Bekannte


CED – ein Thema

Jemand aus Deinem Freundeskreis hat CED. Vielleicht hast Du es von ihm oder ihr direkt erfahren, vielleicht auch von anderen. Und jetzt? Darüber reden? Dem Thema besser aus dem Weg gehen? Überleg Dir Folgendes: Dein Freund, Deine Freundin oder Dein Kumpel muss mit einer Krankheit leben, die sich auf unterschiedliche Art und Weise auf den Alltag auswirkt. Auch die Freizeit, das Treffen mit der Clique oder Unternehmungen können davon betroffen sein. Es ist für ihn oder sie also ein Thema, das eine – vermutlich nicht unwesentliche – Rolle spielt. Wenn Du diesen Teil nun grundsätzlich aussparst, kann das bei Deinem Gegenüber so aufgefasst werden, als würdest Du Dich dafür nicht interessieren – auch wenn Du vielleicht nur unsicher bist, wie genau Du Dich verhalten sollst. Situationen, in denen jemand mit CED das Gefühl haben muss, dass hinter seinem Rücken darüber gesprochen wird, mit ihm selbst aber nicht, können ebenso belastend sein. Ein gewisser Grad an Offenheit ist also in den meisten Fällen angebracht. Keine allgemeingültige Antwort gibt es hingegen dafür, wie tief Ihr in das Thema einsteigen solltet. Das kommt ganz auf Euch und Euer Verhältnis an. Wie gut kennt Ihr Euch? Wie nah steht Ihr Euch? Tauscht Ihr Euch auch über andere sehr private Themen aus? Wie viel möchte er oder sie überhaupt erzählen? Finde es heraus und signalisiere, dass Du ein offenes Ohr hast, falls er oder sie darüber sprechen möchte. Es ist übrigens ein Vertrauensbeweis, wenn Dein Freund oder Deine Freundin Dir von der CED erzählt. Achte darauf, diese Informationen auch vertraulich zu behandeln.

CED: Ein Auf und Ab

Bei einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung kann es Phasen geben, in denen die Krankheit aktiv ist und Beschwerden verursacht. Zu anderen Zeiten ist sie weniger aktiv oder gibt sogar Ruhe und beeinflusst das Leben nicht so stark. Das kann bedeuten, dass Dinge, die heute möglich sind, morgen einfach mal nicht gehen – ein Kinobesuch, Ausflug oder Grillabend im Park. Übermorgen kann es dann wieder ganz anders aussehen. Manchmal ist Flexibilität gefragt. Wenn Dein Freund oder Deine Freundin eine Verabredung – auch mal kurzfristig – absagt, heißt das nicht, dass kein Interesse mehr an Eurem Kontakt besteht. Erkundige Dich vielleicht, was los ist, und frag das nächste Mal wieder, wenn etwas auf dem Programm steht.

Gemeinsam Spaß haben

  • Vielleicht findet ihr eine Alternative, an der alle Spaß haben: DVD statt Kino?
  • Wenn Du zum Essen einlädst, erkundige Dich, welche Lebensmittel nicht vertragen werden, damit am Tisch für alle etwas dabei ist. Darüber hinaus ist es für Deine Freundin oder Deinen Freund sicher eine große Hilfe – gerade in einer größeren Runde, in der vielleicht auch Personen sitzen, die nichts von der Erkrankung wissen (sollen).
  • Kino, Theater oder Konzert: Wenn Ihr Plätze am Gang reserviert, ist der Weg zur Toilette unproblematisch – wenn es mal sein muss.
  • Akzeptiere, wenn Dein Freund oder Deine Freundin keinen Alkohol trinken möchte. Das hat nichts mit „Spaßbremse“ zu tun, sondern kann schlicht und einfach an der CED liegen.
  • Ebenso ist er oder sie – etwa im Restaurant – nicht etwa besonders wählerisch, wenn Extrawünsche beim Essen geäußert werden. Manche Dinge sind einfach unverträglich.

Tipps für Freunde und Bekannte 

Streiche über die Tipps um zu blättern.

CED und Immunsystem: Vorsicht bei Infektionen!

Einige Medikamente, mit denen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa behandelt werden, beeinflussen das Immunsystem . Das Risiko, eine Infektionskrankheit zu bekommen, ist dadurch erhöht. Besonders in der Grippe- und Erkältungszeit müssen Menschen mit CED daher besonders aufpassen. Körperkontakt – etwa Händeschütteln –, wenn alles schnieft und hustet, ist dann nicht angebracht. Stattdessen können einfache Hygieneregeln – wie regelmäßiges, gründliches Händewaschen – helfen, eine Ansteckung zu vermeiden.
 
CED und Immunsystem: Vorsicht bei Infektionen!

CED verstehen: Ich kenne mich aus …

„Ich weiß, wie Du Dich fühlst!“ – diese oder eine ähnliche Aussage, eventuell auch nach einer überstandenen Magen-Darm-Grippe, ist bestimmt gut gemeint, kann jemanden mit CED aber auch verletzten. Schwerster und wiederholter Durchfall, unerträgliche Schmerzen, Ungewissheit, wann ein neuer Schub kommt und wieder geht: Wie sich eine CED wirklich anfühlt, weiß nur, wer sie selbst hat. Etwas anderes ist es, sich über die Krankheit zu informieren und so besser zu verstehen, was sie bedeutet.
 
CED verstehen: Ich kenne mich aus …
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Erstellt am: 15.09.2014
Zuletzt geändert am: 11.01.2016
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CED kurz gefasst:
Mach Dich schlau!

Es ist gut, Bescheid zu wissen: Hier erfährst Du kurz gefasst mehr über CED!

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Tipp: Videoantwort

Katharinas Videoantwort

Welche Erfahrungen hast Du damit gemacht, offen mit Morbus Crohn umzugehen und war es ein langer Prozess, diese Form des Umgangs zu lernen?

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