Einschränkungen erkennen - Lösungen finden

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa finden leider oft immer wieder neue Wege, Dir das Leben schwer zu machen. Über manche Einschränkungen wird viel zu selten geredet – weil sie unangenehm oder peinlich zu sein scheinen. Andere werden einfach zu wenig beachtet, obwohl sie ganz schön zu schaffen machen. Wir möchten hier ein paar dieser Einschränkungen zum Thema machen und Dir Infos und Tipps liefern, damit Du etwas dagegen unternehmen kannst.

Umgang mit Einschränkungen bei CED


Einschränkungen erkennen – Lösungen finden

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa finden leider oft immer wieder
neue Wege, Dir das Leben schwer zu machen. Über manche
Einschränkungen wird viel zu selten geredet – weil sie
unangenehm oder peinlich zu sein scheinen. Andere werden
einfach zu wenig beachtet, obwohl sie ganz schön zu schaffen
machen. Wir möchten hier ein paar dieser Einschränkungen
zum Thema machen und Dir Infos und Tipps liefern, damit Du
etwas dagegen unternehmen kannst.
Ulla Hartmann
Thema
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CED und Schlaf: Wie hängt das zusammen?


Wir alle brauchen unseren regelmäßigen Schlaf, damit wir uns erholen. Er ist eine Energiequelle für Körper und Seele. Beim Schlafen laden wir unsere „Batterie“ wieder auf. Eine gute Nachtruhe ist daher wichtig und entscheidend dafür, wie gut wir uns fühlen und wie fit wir sind. Jeder hat das schon erlebt: Nach einer schlechten Nacht sind wir am nächsten Tag müde, unkonzentriert und reizbar. Mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ist erholsamer Schlaf besonders wichtig. Warum? Zum einen muss Dein Körper mit einer Entzündung umgehen, zum anderen kann die CED auch eine Belastung für Deine Seele sein. Dafür brauchst Du Energie. Zu wenig Schlaf kann sich wiederum ungünstig auf Schmerzen und Entzündung auswirken - insbesondere bei Menschen mit Morbus Crohn. Es gibt viele Ursachen, die uns den Schlaf rauben können, darunter auch die CED. Vor allem während eines Schubs können Schlafstörungen damit zusammenhängen. Schmerzen, mehrfacher Durchfall in der Nacht oder andere körperliche Beschwerden können die Nachtruhe stören. Auch die bei CED häufig vorkommende Eisenmangelanämie kann zu Schlafstörungen führen. Aber auch Sorgen oder Grübeleien, die vielleicht mit der CED zusammenhängen, sind häufig ein Grund dafür, dass an Schlaf nicht zu denken ist. Es ist daher gut, wenn Du weißt, wie Du Dir die besten Bedingungen für einen erholsamen Schlaf schaffen kannst.

Schlafstörungen: Ursachen auf die Spur kommen

Statt Schäfchen zu zählen, gilt es bei Schlafstörungen herauszufinden, was die genaue Ursache ist. So kann diese – sofern möglich – ausgeschaltet werden. Hilfreich ist es, wenn Du notierst, wann und warum Du nicht schlafen konntest. Das geht z. B. mit der CED-App. Wenn Du nachts Schmerzen hast oder häufig wach wirst und auf die Toilette musst, sprich mit Deinem Arzt darüber. Gemeinsam könnt Ihr dann herausfinden, ob sich an der Behandlung etwas verbessern lässt. Eine wirksame Therapie ist eine wichtige Voraussetzung für einen guten Schlaf. Sind es eher Stress oder Sorgen rund um die Erkrankung, die Dich nachts wach halten? Dann ist es wichtig, dass Du z. B. in Sachen Stressbewältigung etwas unternimmst. Wenn Du das Gefühl hast, dass Dir die CED über den Kopf wächst, sprich mit Deinem behandelnden Arzt. Er kann Dich beraten, was Du selbst tun kannst oder ob eine psychotherapeutische Unterstützung sinnvoll sein könnte.

Schlaftyp: Nachteule oder Frühaufsteher?

Beim Schlaf kommt es weniger auf die Anzahl der Stunden an, sondern vor allem auf die Qualität der geschlafenen Stunden. In der ersten Nachthälfte sind wir in der entscheidenden Tiefschlafphase. Wird die Nachtruhe danach, also etwa vier Stunden nach dem Einschlafen, gestört, hat das meist weniger Auswirkungen auf das Wohlbefinden. Achte einmal auf Deinen ganz persönlichen Schlaf-Wach-Rhythmus. Dieser ist nämlich bei jedem Menschen anders. Manche sind bereits nach fünf Stunden ausgeschlafen, andere brauchen zehn. Bist Du eher eine Nachteule oder ein Frühaufsteher? Finde heraus, wie und wann Du am besten schlummerst und richte Deine Nachtruhe danach ein. Mit Deinem eigenen Rhythmus kannst Du besser ein- und durchschlafen.

Wie man sich bettet, so liegt man: das richtige Schlaf-Ambiente

  • Gute Matratze und Lattenrost: passgenau zu Deinen Schlafgewohnheiten (Rück-, Bauch- oder Seitenlage), Deiner Größe und Deinem Gewicht
  • Gemütliches Zimmer: 16 bis 18 Grad warm, abgedunkelt und ruhig
  • Frische Luft: ein offenes Fenster im Sommer, im Winter einmal gut durchlüften vorm Schlafengehen

Tipps für einen erholsamen Schlaf bei CED

Die Ursachen für Schlafstörungen auszuschalten, ist wichtig. Zusätzlich kannst Du mit ein paar kleinen Tricks für eine bessere Nachtruhe sorgen:
  1. Zur Ruhe kommen: Nimm Dir vor dem Schlafengehen etwas Zeit und lass den Tag ausklingen. Schreibe Sorgen oder Gedanken, die Dir im Kopf herumschwirren, auf einen Zettel, damit sie Dich weniger beschäftigen. Mach eine Entspannungstechnik zum Abschalten.
  2. „Blaulicht“ ausschalten: Knipse zwei Stunden vor dem Schlafengehen Computer, Tablet und Smartphone aus. Sie geben „Blaulicht“ ab, und das macht munter.
  3. Einschlafrituale: Such Dir ein „Schlaflied“. Höre zum Einschlafen ein bestimmtes Lieblingslied – ruhig und angenehmen sollte es sein. Nach einer Weile verbindet das Gehirn damit Schlaf, und Du kannst leichter abschalten.
  4. Warme Füße: Mit kalten Füßen ist an Einschlafen nicht zu denken. Wenn Du zu den Menschen mit ständig kalten Füßen gehörst: Zieh Dir warme Socken an – egal, ob schick oder nicht.
  5. Beim Einschlafen: Geh erst schlafen, wenn Du wirklich müde bist. Klappt es mit dem Einschlafen nicht, dreh die Sache einmal um: Versuch, wach zu bleiben, und lass die Augen auf – das macht müde und lenkt ab.
  6. Aufstehen statt wach liegen: Wenn Du nachts längere Zeit wach liegst, steh auf und geh in ein anderes Zimmer. Suche Dir eine langweilige Beschäftigung, die müde macht – ein leichtes Kreuzworträtsel oder Puzzle vielleicht. Geh erst wieder ins Bett, wenn Du Dich wieder müde fühlst.

Quellen: Ranjbaran, Z et al. Impact of Sleep Disturbances in Inflammatory Bowel Disease. J Gastroenterol Hepatol 2007; 22(11): 1748–1753. | Ananthakrishnan AN et al. Sleep Disturbance and Risk of Active Disease in Patients With Crohn's Disease and Ulcerative Colitis. Clin Gastroenterol Hepatol 2013; 11(8): 965–971 | Kinnucan JA et al. Sleep and Inflammatory Bowel Disease: Exploring the Relationship Between Sleep Disturbances and Inflammation. Gastroenterol Hepatol (NY) 2013;9 (11):718 - 727

Erstellt am: 21.09.2015
Zuletzt geändert am: 07.03.2016
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