Einschränkungen erkennen - Lösungen finden

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa finden leider oft immer wieder neue Wege, Dir das Leben schwer zu machen. Über manche Einschränkungen wird viel zu selten geredet – weil sie unangenehm oder peinlich zu sein scheinen. Andere werden einfach zu wenig beachtet, obwohl sie ganz schön zu schaffen machen. Wir möchten hier ein paar dieser Einschränkungen zum Thema machen und Dir Infos und Tipps liefern, damit Du etwas dagegen unternehmen kannst.

Umgang mit Einschränkungen bei CED


Einschränkungen erkennen – Lösungen finden

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa finden leider oft immer wieder
neue Wege, Dir das Leben schwer zu machen. Über manche
Einschränkungen wird viel zu selten geredet – weil sie
unangenehm oder peinlich zu sein scheinen. Andere werden
einfach zu wenig beachtet, obwohl sie ganz schön zu schaffen
machen. Wir möchten hier ein paar dieser Einschränkungen
zum Thema machen und Dir Infos und Tipps liefern, damit Du
etwas dagegen unternehmen kannst.
Ulla Hartmann
Thema
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Inkontinenz bei CED


Peinlich, unangenehm, tabu: Stuhlinkontinenz zählt zu den Themen, die nicht gern angesprochen werden. Die Kontrolle über die Darmentleerung zu verlieren, kann jedoch eine Folge von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sein – und ungemein belastend. Scham führt oft dazu, das Problem selbst vor dem Partner, der engsten Familie oder dem behandelnden Arzt zu verschweigen. Wenn Du hier bei diesem Text gelandet bist, hast oder hattest Du womöglich auch schon mit Kontinenzproblemen zu kämpfen. Die gute Nachricht: Stuhlinkontinenz kann behandelt werden. Darüber hinaus gibt es Hilfsmittel, die den Umgang mit dem belastenden Zustand erleichtern. Es gibt also Wege, die Kontrolle zurückzugewinnen. Mit dem behandelnden Arzt über das Problem zu sprechen, damit der genauen Ursache auf den Grund gegangen werden kann, ist der erste Schritt.  Stuhlinkontinenz bedeutet, dass Darminhalt – flüssiger oder fester Stuhl, Schleim oder Gase – unkontrolliert entweicht. Bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa kann der ungewollte Stuhlabgang unterschiedliche Ursachen haben. In vielen Fällen gibt es nicht nur einen Auslöser, sondern es treffen mehrere Faktoren zusammen. Auch das Ausmaß der Inkontinenz kann ganz verschieden sein: von gelegentlichem ungewollten Entweichen von Gasen oder kleiner Mengen von Stuhl (Stuhlschmieren) bis hin zum kompletten Verlust der Fähigkeit, Stuhl zurückzuhalten. Wichtig zu wissen: Nicht jede CED führt zur Inkontinenz.

Ursachen: Entzündung und Durchfall oder Probleme mit dem Schließmuskel

Ist der Darm durch die CED entzündet, kann er seine Aufgaben nicht mehr so gut erledigen. Hält die Entzündung lange an, weil nicht oder nicht wirksam behandelt wird, kann seine Funktion sogar dauerhaft geschädigt werden. Eine Folge davon kann dann Durchfall sein. Der Stuhl ist dünnflüssiger und sein Weg durch den Darm kann schneller sein als normal. Durchfall kann zu Stuhlinkontinenz führen. Der Drang, auf die Toilette zu müssen, wird sehr groß und der Schließmuskel ist schlicht überfordert. Flüssig oder gasförmig – das Austreten des Stuhls wird nicht mehr richtig gespürt. Insbesondere bei Colitis ulcerosa ist zudem häufig der Enddarm (Rektum) betroffen. Dieser letzte Darmabschnitt hält den Stuhl wie ein Reservoir vor dem Ausscheiden zurück. Das kann er nicht so gut, wenn er entzündet ist. Bei Morbus Crohn hingegen kommt es häufig zur Bildung von Fisteln  im Bereich des Enddarms und des Afters. Außerdem ist die Entzündung nicht auf die Schleimhaut beschränkt, sondern dringt bis in die Muskelschichten des Darmes vor. Dadurch verliert der Enddarm an Elastizität, das Reservoir funktioniert nicht mehr so gut und schließlich kann auch der Schließmuskel beschädigt werden. Die Fähigkeit, den Stuhl zu kontrollieren, kann so verloren gehen. Vernarbungen oder Stenosen  im Enddarm können die Kontinenz ebenfalls negativ beeinflussen. Auch wenn Teile des Darms durch eine Operation entfernt werden müssen oder ein Pouch  angelegt wird, kann dies eine Inkontinenz auslösen oder verstärken.

Kontrolle gewinnen: Behandlung von Inkontinenz bei CED

Wenn Du mit Inkontinenz zu kämpfen hast, sprich mit Deinem Arzt darüber. Das fällt sicher unglaublich schwer. Doch zum einen bist Du nicht allein mit diesem Problem – vielen Menschen mit CED und auch mit anderen Erkrankungen ergeht es ganz genauso. Für Deinen Arzt ist es also gar nichts Außergewöhnliches, Menschen mit Inkontinenz zu behandeln. Zum anderen kannst Du nur etwas ändern, wenn gegen die Inkontinenz etwas unternommen wird. Eine wichtige Basis ist die konsequente und wirksame Therapie des Morbus Crohn bzw. Behandlung der Colitis ulcerosa. Wird die Entzündung kontrolliert, lässt in vielen Fällen auch der Durchfall und damit die Inkontinenz nach. Zudem können Komplikationen verhindert werden, die Inkontinenz begünstigen – etwa Fisteln. Doch die Behandlung der CED allein reicht häufig nicht aus. Bei Inkontinenz sollte auch die Ursache für die gestörte Stuhlentleerung therapiert werden. Vor der Behandlung steht zunächst die genaue Diagnose. Zu den wichtigsten Untersuchungen zählen das Austasten des Enddarms sowie eine Rektoskopie . Darüber hinaus kann die Kraft des Schließmuskels gemessen werden. Eine Ultraschalluntersuchung deckt weitere mögliche Schäden auf.

Welche Behandlung der Inkontinenz die passende ist, hängt von der genauen Ursache ab:

  • Eine Eindickung des Stuhlgangs mithilfe von Medikamenten bzw. Ballaststoffen kann zur Besserung führen, wenn die Inkontinenz durch den Durchfall ausgelöst wird.
  • Bestimmte Übungen sowie Biofeedbacktraining, bei dem die Aktivität des Schließmuskels bewusst gemacht wird, können einen schwachen Schließmuskel stärken.
  • Es gibt unterschiedliche Operationstechniken für die Wiederherstellung der Funktion des Schließmuskels, wenn dieser geschädigt ist. Auch bei Fisteln als Ursache kann eine Operation die passende Lösung sein.
  • Sind die genannten Therapien erfolglos oder können nicht eingesetzt werden, ist in seltenen Fällen die Anlage eines Stomas der letzte Ausweg. Das ist ein drastischer Eingriff, der jedoch die Chance beinhaltet, die verlorene Lebensqualität wieder zurückzugewinnen.

Hilfsmittel: Sicherheit im Alltag mit Inkontinenz

Gegen die Ursachen von Inkontinenz vorzugehen ist wichtig. Darüber hinaus solltest Du das passende Zubehör finden, das Dir durch den Alltag hilft. Es gibt ganz unterschiedliche Hilfsmittel: Vorlagen, Netzhosen, Schutzhosen, Analtampons oder Sprays zur Geruchsneutralisierung. Was das Passende ist, hängt vom Ausmaß der Inkontinenz und Deinen persönlichen Bedürfnissen ab. Und wo bekommst Du so etwas? Im Internet gibt es eine Reihe von Firmen, die Inkontinenzmaterial versenden. Die meisten bieten zudem eine telefonische Beratung zu den unterschiedlichen Produkten. Auch Apotheken oder Sanitätshäuser verkaufen Inkontinenzmaterial. Die notwendigen Hilfsmittel müssen übrigens nicht aus eigener Tasche bezahlt werden. Dein Arzt kann das Inkontinenzzubehör mit einem Hilfsmittelrezept verordnen. Noch ein Grund, mit ihm darüber zu sprechen!

Tipps für Dich 

Streiche über die Tipps um zu blättern.

Toilettenschlüssel

Die Warteschlange an der Raststätten-Toilette raubt Dir die Lust am Reisen? Dann ist der Euro-WC-Schlüssel eine Alternative. Der passt an behindertengerechten Autobahntoiletten sowie öffentlichen Toiletten zahlreicher Städte in Deutschland und Europa. Diesen Schlüssel bekommst Du beim Club Behinderter und ihrer Freunde (CBF) Darmstadt zusammen mit einem Toiletten-Führer im Tausch gegen ein Attest vom Arzt, das Deine CED bestätigt, und einmalig 23 Euro.

 
Toilettenschlüssel

WC-Karte „CED“ klärt auf

Wenn es schnell zur Toilette gehen muss, kann das Behinderten-WC die letzte Rettung sein. Doch ist es Dir auch schon einmal passiert, dass Du Dir dann blöde Bemerkungen anhören musstest? In solchen Momenten kann die WC-Karte „CED“ Abhilfe schaffen. Kurz und knapp erklärt das Infokärtchen, dass nicht jede Behinderung sichtbar ist, und warum es mit CED nötig sein kann, oft und schnell auf die Toilette zu kommen. Du kannst sie verständnislosen Mitmenschen in die Hand drücken und Diskussionen umgehen. Zusammen mit dem praktischen Schlüsselanhänger ist sie immer griffbereit. Zu haben im Shop von DARM life STYLE.
 
WC-Karte „CED“ klärt auf

Mit dem CED-Notfall-Set auf der sicheren Seite

Ganz gleich, ob Du einkaufen, ins Kino gehst oder über das Wochenende verreist: Am besten wäre, Du hättest immer Dein persönliches Notfall-Set dabei. So bist Du für alle Eventualitäten gerüstet. Und das könnte drin sein:
  • Unterwäsche zum Wechseln
  • Einmalwaschlappen
  • Feuchtes Toilettenpapier
  • Desinfektionstücher und Hand-Hygiene-Gel
  • Toilettensitzauflage
  • Kleingeld
 
Mit dem CED-Notfall-Set auf der sicheren Seite
Thema
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Hautpflege ist ein weiteres Thema bei Inkontinenz, das Du nicht vergessen solltest. Feuchtigkeit und auch der Kontakt der Haut mit Stuhl kann zu Reizungen führen. Die Haut möglichst trocken zu halten, bei der Reinigung zusätzliche Reizungen durch Rubbeln oder Reiben zu vermeiden und den Bereich um den After mit spezieller Hautschutzcreme zu pflegen, bietet der Haut Schutz.

Stuhlinkontinenz bei CED: Weitere Infos und Ansprechpartner

  • Der Selbsthilfeverband Inkontinenz e. V. hat ein umfassendes Online-Portal mit vielen Infos und Tipps zum Alltag mit Stuhlinkontinenz. Darüber hinaus laden ein Forum sowie örtliche Selbsthilfegruppen zum Erfahrungsaustausch ein.
  • Die Deutsche Kontinenz Gesellschaft ist eine medizinische Fachgesellschaft. Auf ihrer Internetseite bietet sie Infos für Menschen mit Inkontinenz, Materialien zum Download sowie den Kontakt zu ärztlichen Beratungsstellen in ganz Deutschland.
Erstellt am: 20.03.2017
Tipp: Stressbarometer

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Dein Tipp zu CED

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