Ernährung & Genuss

Du bist, was Du isst!

Essen ist wichtig! Es versorgt uns mit allem, was der Körper braucht. Essen ist ebenfalls wichtig, weil es Genuss bedeutet. Beides gilt auch, wenn Du eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung hast. Auf den folgenden Seiten findest Du alles zur Ernährung bei CED!

Prof. Dr. med. Dr. oec. troph. Jürgen Stein

Prof. Dr. med. Dr. oec. troph. Jürgen Stein
Leiter der Abteilung für Gastroenterologie, Proktologie und Ernährungsmedizin an den DGD Kliniken Frankfurt Sachsenhausen, unterstützt uns inhaltlich bei diesem Thema.

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Ernährung: Du bist, was du isst!

Essen ist wichtig! Es versorgt uns mit allem, was
der Körper braucht. Essen ist ebenfalls wichtig,
weil es Genuss bedeutet. Beides gilt auch, wenn
Du eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung
hast. Auf den folgenden Seiten findest Du alles
zur Ernährung bei CED!
Prof. Dr. med. Dr. oec. troph. Jürgen Stein
Leiter der Abteilung für Gastroenterologie, Proktologie und Ernährungsmedizin an den DGD Kliniken Frankfurt Sachsenhausen, unterstützt uns inhaltlich bei diesem Thema.
Thema
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Fette und Süßes bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa


Fette sind ein wichtiger Bestandteil für eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Unser Körper benötigt sie z. B., um bestimmte Vitamine aufnehmen zu können und als Energielieferant. Klar, dass sie – sorgfältig ausgewählt – auch bei einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung auf den Speiseplan gehören. Fett kommt sowohl in tierischen wie auch pflanzlichen Lebensmitteln vor. Doch wusstest Du, dass Fett nicht gleich Fett ist?

Fettsäuren – gesättigt oder ungesättigt

Wenn Du die Wahl hast, solltest Du pflanzlichen Fetten den Vorzug geben. Sie verfügen über einen hohen Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren (z. B. Olivenöl oder Rapsöl) oder mehrfach ungesättigten Fettsäuren (z. B. Sonnenblumenöl, Maisöl und Sojaöl). Omega-3-Fettsäuren, die als entzündungshemmend gelten, gehören zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Sie können – wie auch einige andere mehrfach ungesättigte Fettsäuren – nicht vom Körper selbst gebildet werden. Man nennt sie daher essenzielle Fettsäuren. Neben Fisch enthalten verschiedene Ölsorten diese Fettsäuren. Während die ungesättigten Fettsäuren wichtige Aufgaben im Körper haben, wirken sich gesättigte Fettsäuren ungünstig auf das Herz-Kreislauf-System aus. Gesättigte Fettsäuren kommen in tierischen Fetten vor, z. B. in Wurst, Butter, Käse oder Sahne. Aber auch in pflanzlichen Fetten können sie enthalten sein, z. B. in Kokosfett oder Palmkernfett. In vielen Fertigprodukten oder auch in Chips und Schokolade sind sie ebenfalls zu finden. Doch nicht nur der Fettgehalt von Lebensmitteln kann entscheidend sein, auch die Zubereitung sollte fettarm passieren.

  • Du möchtest genau wissen, welche Fette bei einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung eher gut verträglich sind und welche Probleme machen können? Dann klick hier.

Morbus Crohn und Fettverdauung

Bei Dir ist es zu einer Fettverdauungsstörung gekommen? Das kann besonders bei Morbus Crohn passieren, wenn der letzte Abschnitt des Dünndarms entweder stark entzündet ist oder entfernt werden musste. Warum? Für die Fettverdauung werden Gallensäuren benötigt. Haben die Gallensäuren ihre Aufgaben erledigt, wird ein Teil von ihnen genau in diesem Abschnitt des Dünndarms zurück in den Körper befördert, damit sie erneut für die Fettverdauung genutzt werden können. Wenn der letzte Abschnitt des Dünndarms stark entzündet oder entfernt ist, wird dieser Kreislauf gestört, sodass irgendwann nicht mehr genügend Gallensäuren für die Verarbeitung von Fetten bereitstehen: Eine Fettverdauungsstörung entsteht. Bei den daraus entstehenden sogenannten Fettstühlen wird vermehrt Fett ausgeschieden. Geht das Fett aus der Nahrung auf diese Weise für den Körper verloren, ist es schwieriger, den Energiebedarf zu decken. Darüber hinaus braucht der Körper das Fett eigentlich, um die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K aufzunehmen. Es kann also zusätzlich zu einem Mangel an diesen Vitaminen kommen. Was Du bei einer Störung der Fettverdauung tun kannst? Am besten, Du reduzierst die herkömmlichen Fette in Deiner Nahrung. Alternativ kannst Du auf sogenannte MCT-Fette ausweichen. Diese mittelkettigen Triglyzeride können vom Körper aufgenommen werden. Entsprechende Produkte gibt es unter anderem in Reformhäusern und Apotheken. Bitte besprich Dich hierzu mit Deinem Arzt.

Zucker: Auslöser für CED?

Kann Zucker CED auslösen oder die Krankheit verstärken? Auch wenn dies immer wieder diskutiert wird – belegt ist eine solche Wirkung bislang nicht. Zucker und Süßigkeiten sind bei CED also nicht generell verboten. Größere Mengen vertragen sich jedoch nicht mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung. Genieße sie also in Maßen. Bei Zucker handelt es sich um kurzkettige Kohlenhydrate. Dazu gehören Frucht-, Haushalts-, Malz- oder Milchzucker. Sie lassen Deinen Blutzuckerspiegel rasch in die Höhe schnellen und liefern Deinem Körper zwar sofort, aber dafür nur kurzfristig Energie. Zucker hat übrigens viele Gesichter und lässt sich – vor allem in Zutatenlisten – nicht immer gleich auf den ersten Blick erkennen. So verbirgt sich z. B. hinter Glucose nichts anderes als Traubenzucker, hinter Fructose Fruchtzucker, und Saccharose ist ein anderes Wort für Haushaltszucker. Auch Sirup ist nichts anderes als eine dickflüssige Zuckerlösung.

  • Du möchtest wissen, welche Süßigkeiten am ehesten für Dich geeignet sind? Dann schau auf diese Liste.

Tipp für Dich 

Streiche über die Tipps um zu blättern.

Zuckeraustauschstoffe  bei CED

Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit, Xylit oder Isomalt tun Dir nicht gut. Sie können vom Dünndarm nicht vollständig aufgenommen werden. Ein Teil von ihnen bleibt im Darm, kann die Darmtätigkeit anregen und Durchfall sowie Blähungen fördern.
 
Zuckeraustauschstoffe  bei CED
Thema
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Erstellt am: 15.09.2014
Zuletzt geändert am: 07.03.2016
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Komme Unverträglichkeiten auf die Schliche!

Was hast Du wann gegessen und getrunken? Wie ging es Dir danach? Einen guten Überblick darüber, welche Lebensmittel Dir guttun und welche Du lieber durch andere ersetzen solltest, gibt Dir und Deinem Arzt ein Ernährungstagebuch. Eine Vorlage erhältst Du hier.

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