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08.03.2021

Aktuelles

CED bei Kindern und Jugendlichen: 5 Dinge, die Du wissen solltest!

CED bei Kindern und Jugendlichen

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa kennen keine Altersgrenze. Bei etwa einem Viertel der Menschen mit einer CED tritt die Erkrankung bereits im Kindes- oder Jugendalter auf, bei einem Fünftel von ihnen sogar bereits vor dem 10. Lebensjahr. Die Diagnose CED bei einem Kind ist häufig zunächst ein Schock für die ganze Familie. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass durch die Erkrankung einer erfüllten Kindheit und positiven Zukunft der jungen Patienten nichts im Weg steht. Es gibt heute wirksame Therapien, mit denen ein möglichst beschwerdefreies Leben verwirklicht werden kann. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, das bedeutet, sowohl die Folgen von CED als auch die medizinische Betreuung weisen einige Besonderheiten auf. Fünf Fakten zu Morbus Crohn und Colitis ulcerosa im Kindesalter haben wir hier zusammengestellt.

1. CED bei Kindern: Ähnlich, aber nicht gleich

Eine Entzündung im Verdauungstrakt, vor allem im Darm, ist das Hauptmerkmal von CED. Das trifft auf Morbus Crohn und Colitis ulcerosa bei Erwachsenen wie auch bei Kindern und Jugendlichen zu. Allerdings scheint die Erkrankung bei Kindern insgesamt schneller voranzuschreiten als bei Erwachsenen. Eine frühe Diagnose und Therapie sind daher wichtig. Eine weitere Besonderheit bei Kindern und Jugendlichen mit CED ist, dass sich bei Erkrankungsbeginn häufiger nicht feststellen lässt, ob es sich um Morbus Crohn oder um Colitis ulcerosa handelt. Die Erkrankung wird dann Colitis indeterminata genannt.

2. Ungebremstes Wachstum trotz CED

Kinder und Jugendliche befinden sich mitten in der Wachstums- und Entwicklungsphase. Die sehr sensiblen körperlichen Veränderungen in diesem Lebensabschnitt können durch eine CED gestört werden. Der entzündete Darm kann Nährstoffe nicht so gut aufnehmen. Die Entzündung selbst kostet den Körper Kraft und er verbraucht mehr Energie. Durch etwaigen Durchfall gehen zusätzlich Nährstoffe verloren.. Appetitlosigkeit kann dazu führen, dass nicht ausreichend Nährstoffe zur Verfügung stehen. Die Entzündungskontrolle durch die Behandlung ist ein wichtiger Baustein, um eine Verzögerung des Wachstums oder auch der Pubertät zu verhindern.

3. Besondere Ärzte für CED bei Kindern

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa bei Kindern weisen Besonderheiten auf. Auch die Behandlung von CED unterscheidet sich von der bei Erwachsenen. Damit bestmöglich auf die besonderen Bedürfnisse von Kindern mit CED eingegangen werden kann, gibt es spezielle Fachärzte. Kinder- und Jugendärzte mit Spezialisierung auf Magen-Darm-Erkrankungen (pädiatrische Gastroenterologen) kennen sich sowohl mit CED als auch mit jungen Patienten aus und sind daher der richtige Ansprechpartner.

4. Aktiv und offen mit der CED umgehen

Eine CED kann nicht nur körperliche Folgen haben, sondern auch zu Veränderungen in vielen Lebensbereichen führen. Schule, Freunde, Freizeit – oft müssen zusätzliche Kräfte mobilisiert und neue Wege gefunden werden. Auch eine mögliche seelische Belastung sollte beim Umgang mit einer CED bei Kindern berücksichtigt werden. Der offene Umgang und eine aktive Auseinandersetzung mit der Erkrankung können helfen, positive Strategien der Krankheitsbewältigung zu entwickeln. Patienten- und Elternschulungen oder auch eine psychotherapeutische Begleitung können dabei unterstützen.

5. Erwachsenwerden mit CED

Erwachsen zu werden ist mit vielen Veränderungen verbunden. Mit einer CED bedeutet dieser Weg in die Selbstständigkeit auch einen Arztwechsel: vom Kinder- und Jugendgastroenterologen zum Gastroenterologen für Erwachsene, der auf CED spezialisiert ist. Transition wird dieser Prozess genannt, der in der Regel zwischen dem 16. und 23. Lebensjahr erfolgt. Er sollte gut vorbereitet und begleitet werden, damit die Behandlung nicht unterbrochen wird und ein Vertrauensverhältnis zum neuen Arzt aufgebaut werden kann.

Quellen: Buderus S. Epidemiologie und klinische Besonderheiten der pädiatrischen CED. Monatsschr Kinderheilkd 2010; 158: 745–751. | Däbritz J, Gerner P, Claßen M et al. Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen: Diagnostik und Therapie. Deutsches Ärzteblatt 114 (19): 331–338.