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Thema
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04.08.2020

Aktuelles

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa: Entzündung durch Ernährung?

CED durch Ernährung?

Die genauen Ursachen für Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind bislang nicht vollständig entschlüsselt. Neben einer erblichen Veranlagung und Veränderungen in der Barriere der Darmschleimhaut sind es auch äußere Einflüsse, die zu den Auslösern gezählt werden. Genau darauf haben US-amerikanische Wissenschaftler nun einen genaueren Blick geworfen und die Rolle der Ernährung als möglichen Auslöser für CED näher beleuchtet. Dies erfolgte mit dem Wissen, dass die Ernährung unter anderem die Barrierefunktion des Darms, die Reaktion unseres darmeigenen Abwehrsystems und die Zusammensetzung unserer Darmflora beeinflusst. Dafür werteten sie die Daten von drei großen prospektiven klinischen Studien mit mehr als 200.000 Menschen aus – darunter mehr als 750 mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Es wurde untersucht, ob der Speiseplan Nahrungsmittel enthält, die eine Entzündung fördern können.

Das Ergebnis dieser Studie zeigt, dass das Risiko, an Morbus Crohn zu erkranken, mit einer eher entzündungsfördernden Ernährung in Zusammenhang stehen kann, das Risiko, eine Colitis ulcerosa zu entwickeln, hingegen nicht. Die Studie ist ein weiterer Schritt, den Risiken für die Entwicklung von CED auf den Grund zu gehen. Mehr Forschung ist jedoch notwendig, um die Rolle von Ernährungsgewohnheiten genau aufzuklären.

Entzündungsfördernde Ernährung: Lieber Karotten als Cornflakes

Die Ernährungsgewohnheiten der Studienteilnehmer wurden mithilfe des sogenannten Empirical Dietary Inflammatory Pattern (EDIP) ausgewertet. Der EDIP bewertet das entzündungsfördernde Potenzial von Nahrungsmitteln. Personen mit dem höchsten Anteil entzündungsfördernder Nahrungsmittel in der Studie hatten im Vergleich zu denen mit niedrigem EDIP-Score ein um 51 % erhöhtes Risiko, an Morbus Crohn zu erkranken. Der Wechsel von einem Essen mit niedrigem EDIP zu hohem EDIP erhöhte im Laufe von acht Jahren das Risiko an Morbus Crohn zu erkranken um mehr als das Doppelte, wo hingegen der Wechsel von hoher zu niedriger EDIP Diät das Risiko wieder deutlich verringerte. Für die Colitis ulcerosa zeigte der Anteil entzündungsfördernder Nahrungsmittel dagegen keinen Unterschied für das Erkrankungsrisiko.

Zu den Lebensmitteln mit hohem Entzündungspotenzial laut EDIP zählen etwa rotes und verarbeitetes Fleisch, industriell verarbeitetes Getreide, wie es in Weißmehlprodukten vorkommt, und zuckerhaltige Getränke. Einen niedrigen EDIP-Score haben hingegen u. a. grünes Blattgemüse wie Spinat oder Salat, dunkelgelbes Gemüse wie Karotten, Kürbis oder Süßkartoffeln sowie Tee und Kaffee. In der Studie war die entzündungsfördernde Ernährungsweise insbesondere durch eine höhere Kalorienaufnahme, rotes Fleisch und weniger Ballaststoffe geprägt sowie verbunden mit höherem Gewicht und weniger sportlicher Aktivität.

Unser Lebensstil und CED

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa nehmen insbesondere in den Industrienationen in den letzten Jahren stetig zu – ein Hinweis darauf, dass unser westlicher Lebensstil einen Einfluss auf das Risiko hat, eine CED zu entwickeln. Die Ergebnisse dieser Studie zur Rolle der entzündungsfördernden Ernährung ist ein weiteres Puzzleteil, um die Ursachen und Auslöser für CED weiter aufzuklären. Mögicherweise kann der Wechsel zu einer eher mediterranen Kostform das Risiko an Morbus Crohn zu erkranken doch reduzieren. Betont werden muss jedoch an dieser Stelle, dass die Ernährung nur ein Aspekt unter vielen sein kann, der die Entstehung von CED möglicherweise moduliert, und dass der Einfluss der Ernährung auf das Risiko an einer CED zu erkranken noch keineswegs eindeutig geklärt ist.

Quelle: Lo C-H, Lochhead P, Khalili H et al. Dietary Inflammatory Potential and Risk of Crohn's Disease and Ulcerative Colitis. Gastroenterology. 2020 May 7; S0016-5085(20)30603-X. doi: 10.1053/j.gastro.2020.05.011. Online ahead of print.