CED auf einen Blick

Unter dem Begriff chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) werden in erster Linie zwei Krankheitsbilder zusammengefasst: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Bei beiden spielt das Immunsystem – die körpereigene Abwehr – eine wesentliche Rolle. Das zeigt sich in diesem Fall durch eine Entzündung im Verdauungstrakt.

Überblick CED


CED auf einen Blick

Unter dem Begriff chronisch-entzündliche Darm-
erkrankungen (CED) werden in erster Linie zwei Krankheits-
bilder zusammengefasst: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.
Bei beiden spielt das Immunsystem – die körpereigene
Abwehr – eine wesentliche Rolle. Das zeigt sich in diesem
Fall durch eine Entzündung im Verdauungstrakt.
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Calprotectin: Aktivität der CED einfach im Blick


Ein wichtiges Ziel der Behandlung von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ist es, gegen die Entzündung der Darmschleimhaut vorzugehen. Um zu sehen, ob das auch funktioniert, geht’s regelmäßig für die Kontrolle zum Arzt. Es gibt unterschiedliche Methoden für die Überprüfung der Entzündung, z. B. Blutuntersuchungen oder eine Darmspiegelung. Vor einigen Jahren ist noch eine weitere dazugekommen, die leicht durchzuführen ist: ein Test auf Calprotectin.

Calprotectin zeigt Entzündung im Darm

Calprotectin ist ein Eiweiß, das in der Zellflüssigkeit von weißen Blutkörperchen vorkommt. Es gehört zu den sogenannten Biomarkern. Das sind Stoffe, die gemessen werden können und ein Zeichen für einen bestimmten Vorgang im Körper oder für eine Krankheit sind. Calprotectin kann im Stuhl gemessen werden. Sind die Calprotectin-Werte erhöht, ist das ein Signal für eine Ansammlung von weißen Blutkörperchen im Darm. Das wiederum ist typisch für eine Entzündung im Darm. Ein hoher Calprotectin-Wert zeigt also, dass der Darm entzündet ist und eine ggf. durchgeführte Therapie bisher nicht ausreichend wirkt. Durch Calprotectin lässt sich die Darmentzündung besser abschätzen als durch Entzündungswerte im Blut, die auch bei einer Entzündung außerhalb des Darmes erhöht sind. Entzündungszeichen im Blut sind auch deshalb weniger zuverlässig, weil sie nicht bei jedem höher sind, dessen Darm entzündet ist.

Einfache Messung mit Stuhlprobe

Auch das Messen ist bei Calprotectin einfacher als bei einer Blutuntersuchung. Kein Piksen und keine Kanüle: Nur eine Stuhlprobe, am besten vom ersten Stuhlgang des Tages, wird gebraucht. Dafür wird eine kleine Stuhlmenge in ein Plastikröhrchen gefüllt und in der Arztpraxis abgegeben. Von da geht’s ins Labor, wo der Calprotectin-Wert ermittelt wird. Die Calprotectin-Messung kann nicht jede Blutuntersuchung oder Darmspiegelung ersetzen. Sie hat sich jedoch für die Überprüfung und Verlaufskontrolle der Entzündung bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa bewährt. Als unkomplizierte Untersuchungsmöglichkeit ist sie nützlich, um zu beobachten, ob eine Behandlung wirkt, wie sie soll.

Quellen: Prager M, Büning C. Klinik, CRP, Calprotectin, MRT oder Endoskopie? Strategien zur sinnvollen Therapieüberwachung bei CED. Coloproctology 2014; 4: 250–258. | Preiß JC, Bokemeyer B, Buhr J et al. Aktualisierte S3-Leitlinie – „Diagnostik und Therapie des Morbus Crohn“ 2014. Z Gastroenterol 2014; 52: 1431–1484. | Dignass A, Preiß JC, Aust DE. Aktualisierte Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Colitis ulcerosa 2011 – Ergebnisse einer evidenzbasierten Konsensuskonferenz. Z Gastroenterol 2011; 49: 1276–1341.

Erstellt am: 12.10.2015
Zuletzt geändert am: 11.01.2016