CED auf einen Blick

Unter dem Begriff chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) werden in erster Linie zwei Krankheitsbilder zusammengefasst: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Bei beiden spielt das Immunsystem – die körpereigene Abwehr – eine wesentliche Rolle. Das zeigt sich in diesem Fall durch eine Entzündung im Verdauungstrakt.

Überblick CED


CED auf einen Blick

Unter dem Begriff chronisch-entzündliche Darm-
erkrankungen (CED) werden in erster Linie zwei Krankheits-
bilder zusammengefasst: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.
Bei beiden spielt das Immunsystem – die körpereigene
Abwehr – eine wesentliche Rolle. Das zeigt sich in diesem
Fall durch eine Entzündung im Verdauungstrakt.
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Diagnose von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa


Ein einfacher Test und die Diagnose steht fest? So einfach ist es leider nicht, einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung auf die Spur zu kommen. Es werden immer unterschiedliche Untersuchungen gemacht. Ihre Ergebnisse setzen sich dann wie ein Puzzle zur Diagnose zusammen. Hinzu kommt, dass die ersten Zeichen einer CED von Fall zu Fall verschieden sind. Die Beschwerden können auch anderen Erkrankungen ähneln, etwa einem Reizdarmsyndrom oder einer Lebensmittelunverträglichkeit. Außerdem können sich die Symptome unterschiedlich stark bemerkbar machen. Bei der Diagnose kommt es also darauf an, herauszufinden, ob es sich um eine CED oder eine andere Erkrankung handelt. Ist es eine CED, stellt sich die nächste Frage: Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa? Das ist Voraussetzung, damit die passende Therapie zum Einsatz kommen kann und den Beschwerden schnell und wirksam etwas entgegengesetzt wird. Später werden die unterschiedlichen Untersuchungen genutzt, um festzustellen, wie sich die Krankheit entwickelt und ob die Behandlung wirkt.

CED: Untersuchungen von A bis Z

Gespräch und körperliche Untersuchung

Im Gespräch findet der Arzt heraus, seit wann die Beschwerden da sind, wie sie sich genau äußern, ob in der Familie auch andere eine CED haben oder weitere Erkrankungen, die mit dem Verdauungstrakt zusammenhängen. Er fragt vielleicht auch nach Reisen, die in letzter Zeit unternommen wurden, oder ob im Zusammenhang mit der Ernährung etwas aufgefallen ist. In der Fachsprache heißt das Anamnese, Krankengeschichte. Bei der körperlichen Untersuchung werden Puls, Temperatur, Gewicht, Größe und BMI  kontrolliert und – wie die Bezeichnung schon sagt – der komplette Körper untersucht. Der Bauch wird abgetastet, um herauszufinden, ob Druck Schmerzen verursacht oder ob Verhärtungen zu fühlen sind. Auch beim Austasten des Afters lassen sich Veränderungen feststellen. Die körperliche Untersuchung ist zusammen mit der Anamnese die Grundlage für die Diagnose.

Laboruntersuchungen

Auch wenn es keinen Laborwert gibt, mit dem sich eindeutig eine CED nachweisen lässt, können verschiedene Untersuchungen Hinweise geben, ob etwa eine Entzündung im Körper vorhanden ist. Durch eine Untersuchung des Stuhls lässt sich herausfinden, wie ausgeprägt die Entzündung ist (sogenanntes fäkales Calprotectin) und ob eine Infektionserkrankung die Ursache für die Beschwerden ist. Welche Blut- und Stuhluntersuchungen werden häufig gemacht?
WertBedeutungAussage
GesamteiweißEiweißstoff im Serum Ein erniedrigter Wert ist ein Hinweis auf eine Mangelernährung oder auf Durchfall
BSGBlutsenkungsgeschwindigkeit; zeigt, wie sich die roten Blutkörperchen verhaltenIst der Wert erhöht, gibt es eine Entzündung im Körper
CalprotectinEiweißstoff, der in der Zellflüssigkeit von weißen Blutkörperchen vorkommt; wird anhand einer Stuhlprobe ermitteltIst der Wert im Stuhl erhöht, deutet das auf eine Ansammlung von weißen Blutkörperchen im Darm und damit auf eine Entzündung hin
CRP

C-reaktives Protein; Eiweißstoff im Blut

Ist der Wert erhöht, gibt es eine Entzündung im Körper
ErythrozytenRote Blutkörperchen; wichtig für den Sauerstofftransport im BlutEin erniedrigter Wert weist auf eine Anämie  hin
HämoglobinRoter BlutfarbstoffEin erniedrigter Wert ist Hinweis auf eine Anämie 
LeukozytenWeiße Blutkörperchen; wichtig für die ImmunabwehrIst der Wert erhöht, gibt es eine Entzündung im Körper
ThrombozytenBlutplättchen; wichtig für die BlutgerinnungIst der Wert erhöht, ist das ein Hinweis auf eine Entzündung im Körper oder auch auf einen Abszess 

Spiegelung des Verdauungstraktes (Endoskopie)

Endoskopie ist die wichtigste Untersuchung zur Diagnose von CED. Doch was ist ein Endoskop genau? Es handelt sich um einen flexiblen Schlauch, etwa 1 cm dick, an dessen Ende eine winzige Kamera und eine Lichtquelle angebracht sind. Bei der Darmspiegelung wird das Endoskop durch den After in den Darm eingeführt, bei einer Magenspiegelung über den Mund in den Magen. Das Bild der Kamera wird an einen Monitor übertragen. So lassen sich unterschiedliche Bereiche des Verdauungstraktes untersuchen. Was lässt sich erkennen?
  • Entzündung der Darmschleimhaut
  • Geschwüre
  • Stenosen 
  • Verdickungen oder Schwellungen der Darmschleimhaut
  • Fissuren 
  • Fisteln 
Welche Spiegelungen gibt es?Hier geht es zur Infografik  Was ist eine Biopsie? Bei einer Endoskopie können auch Gewebeproben entnommen werden. Das nennt sich Biopsie. Die Proben werden unter dem Mikroskop untersucht und man kann z. B. sehen, ob eine Entzündung ganz neu ist oder schon länger besteht. Wie läuft eine Spiegelung ab? Wir wollen ehrlich sein: Man kann sich sicher Angenehmeres vorstellen als eine Darmspiegelung. Als Vorbereitung muss der Darm gereinigt werden, denn nur dann hat der Arzt mit dem Endoskop eine gute Sicht. Mit der Darmreinigung wird meist bereits am Vortag begonnen. Das Trinken einer speziellen Lösung sorgt für die gründliche Darmentleerung – meint: Du wirst häufig aufs Klo gehen müssen. Vor der Spiegelung, die etwa 30 Minuten dauert, wird meist ein leichtes Schlaf- oder Beruhigungsmittel gegeben, damit Du während der Untersuchung nichts mitbekommst. Hinterher könnte es noch für ein paar Stunden wehtun, weil Dein Darm während der Untersuchung mit Luft gefüllt wurde.

Ultraschall (Sonografie)

Mit Ultraschallwellen können Bilder vom Inneren des Körpers gemacht werden, auch vom Verdauungstrakt. Vorteil dieser Technik ist, dass sie – im Gegensatz zum Röntgen – nicht mit Strahlung in Verbindung steht. Ist der Darm nur sehr leicht verändert, lässt sich das auf Ultraschallbildern jedoch nicht erkennen. Auch bestimmte Bereiche des Dünn- und Enddarms lassen sich nicht abbilden. Was lässt sich erkennen?
  • Verdickungen der Darmwand
  • Stenosen 
  • Abszesse 
  • Fisteln 

Magnetresonanztomografie (MRT)

Bei der Magnetresonanztomografie, auch Kernspintomografie genannt, werden mithilfe von Magnetfeldern Schnittbilder vom Körper gemacht. Das läuft ganz ohne schädliche Strahlung ab. Nicht nur der Darm an sich, auch weitere Organe können so auf Veränderungen untersucht werden. Häufig wird MRT für die Untersuchung des Dünndarms genutzt, da dieser z. B. durch ein übliches Endoskop nicht erreicht wird. Oft wird das Verfahren mit Kontrastmittel angewendet, durch das der Darm besser sichtbar wird (MRT-Sellink). Was lässt sich erkennen?
  • Verdickungen der Darmwand
  • Stenosen 
  • Fisteln 

Computertomografie (CT)

Ähnlich wie bei der Magnetresonanztomografie, werden auch bei der CT Schnittbilder erzeugt. Dies passiert hier jedoch mithilfe von Röntgenstrahlen. Auch Veränderungen außerhalb des Darms können sichtbar gemacht werden. Röntgen bedeutet leider immer, dass es zu einer Belastung durch Strahlung kommt, CT sollte daher nur im Einzelfall und nicht häufiger durchgeführt werden. Auch bei der CT wird ein Kontrastmittel gegeben. Was lässt sich erkennen?
  • Verdickungen der Darmwand
  • Stenosen 
  • Fisteln 

Röntgen

Röntgen erzeugt Bilder vom Körper durch Röntgenstrahlen. Durch die damit verbundene Strahlenbelastung sollte das Verfahren – ähnlich wie die CT – nur in Einzelfällen erfolgen. Das kann z. B. der Fall sein, wenn der Dickdarm verengt ist und dadurch mit dem Endoskop nicht erreicht werden kann. Röntgen wird zusammen mit einem Kontrastmittel angewendet. Was lässt sich erkennen?
  • Verdickungen der Darmwand
  • Geschwüre
  • Stenosen 
  • Fisteln 

Tipp für Dich 

Streiche über die Tipps um zu blättern.

Facharzt finden: Welcher Arzt ist CED-Spezialist?

Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen ist es wichtig, dass sie möglichst schnell erkannt und wirksam behandelt werden. Nur so lässt sich verhindern, dass der Darm mit der Zeit Schaden nimmt. Dafür ist es wichtig, dass Du Dich für die Diagnose und Behandlung an einen Arzt wendest, der sich auf CED spezialisiert hat. Gastroenterologen sind die Spezialisten für alle Erkrankungen des Verdauungstraktes. Unter ihnen gibt es wiederum Ärzte, die sich auf CED spezialisiert haben. Diese CED-Spezialisten haben die nötige Erfahrung, um alle notwendigen Untersuchungen zu machen und die passende Behandlung finden. Finde einen CED-Spezialisten in Deiner Nähe.
 
Facharzt finden: Welcher Arzt ist CED-Spezialist?
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Genau betrachtet: Hier findest Du weitere Informationen zu Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, z. B. zum Verlauf, den Beschwerden und der Behandlung.

Quellen: Zeitz M, Schmidt H H-J, Bojarski C (Hrsg.). Harrisons Gastroenterologie und Hepatologie. Berlin: ABW Wissenschaftsverlag, 2011. | Baumgart DC. Diagnostik und Therapie von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(8): 123-33; DOI: 10.3238/arztebl.2009.0123.

Erstellt am: 15.09.2014
Zuletzt geändert am: 11.01.2016
Tipp: CED-Check

Habe ich womöglich eine CED?

Du glaubst, Du könntest vielleicht Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa haben?
Wende Dich unbedingt an einen Arzt, der sich auf CED spezialisiert hat. Er kann alle nötigen Untersuchungen machen, damit Du schnellstmöglich Klarheit bekommst!

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