Im Gleichgewicht mit Morbus Chron und Colitis ulcerosa

Die CED kann Dein Leben ganz schön durcheinanderbringen. Werde aktiv: Informiere Dich, such Dir Austausch und Unterstützung. So lernst Du Schritt für Schritt, die Krankheit zu akzeptieren und gut mit ihr zu leben. So kann das Leben trotz CED zu einem Leben mit CED werden – und die Lebensqualität verbessert sich kann und welcher Arzt Bescheid weiß.

PD Dr. med. Claas Lahmann

Prof. Dr. med. Claas Lahmann
Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Freiburg, unterstützt uns inhaltlich bei diesem Thema.

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Im Gleichgewicht mit Morbus Crohn und
Colitis ulcerosa

Die CED kann Dein Leben ganz schön durcheinander-
bringen. Werde aktiv: Informiere Dich, such Dir
Austausch und Unterstützung. So lernst Du Schritt
für Schritt, die Krankheit zu akzeptieren und gut mit
ihr zu leben. So kann das Leben trotz CED zu einem
Leben mit CED werden – und die Lebensqualität
verbessert sich kann und welcher Arzt
Bescheid weiß.
Prof. Dr. med. Claas Lahmann
Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Freiburg, unterstützt uns inhaltlich bei diesem Thema.
Thema
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CED und Rauchen – besser nicht!


Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und Rauchen, wie passt das zusammen? Die Antwort ist ganz einfach: Gar nicht! Die Gründe sind vielfach belegt. Neben den allgemeinen Gesundheitsrisiken für jedermann durch Zigaretten und Co. hat das Rauchen noch ein paar negative Extras parat: Wer raucht, hat ein erhöhtes Risiko, Morbus Crohn zu bekommen. Zudem verläuft die Krankheit bei Rauchern schwerer, und Medikamente wirken nicht so gut. Anders gesagt:


Wenn Du mit Morbus Crohn das Rauchen aufgibst,

  • hast Du weniger Schübe
  • hast Du weniger Komplikationen
  • musst Du seltener operiert werden
  • brauchst Du weniger Medikamente
  • wirken die Medikamente insgesamt besser
  • verbesserst Du Deine Lebensqualität.

Viele gute Gründe also, über einen Rauchstopp nachzudenken. Bei Colitis ulcerosa ist die Sache nicht eindeutig. Sicher ist, dass Rauchen das Risiko für Darmkrebs fördert, und das ist bei Colitis ulcerosa leider ohnehin schon erhöht. Auch Osteoporose  wird durch den blauen Dunst gefördert. Das ist insbesondere nicht gut, wenn Osteoporose, z. B. durch die Einnahme von Kortisonpräparaten, und lang andauernde Entzündungsphasen bereits zusätzlich gefördert wird und wurde.

Rauchstopp – leichter gesagt als getan?

So einfach wie es zunächst klingt, ist es natürlich nicht, die Finger von den Glimmstängeln zu lassen. Schließlich handelt es sich beim Rauchen um eine Sucht. Sowohl Kopf (Psyche) als auch Körper haben sich an das Nikotin gewöhnt und verlangen nach mehr. Beim Rauchen gelangt das Nikotin innerhalb weniger Sekunden in die Blutbahn und so ins Hirn. Angenehme Glücks- und Belohnungsgefühle werden dadurch erzeugt. Lässt die Wirkung nach, verlangt der Körper erneut nach seinem „Stoff“. Gleichzeitig „lernt“ ein Raucher mit der Zeit, dass der Griff zur Zigarette mit etwas Schönem verbunden ist. Bestimmte Situationen im Leben werden dann mit dem Rauchen verbunden – etwa Kaffeetrinken, Telefonieren oder auch wenn es stressig wird. Diese Situationen erzeugen dann meist automatisch ein Verlangen nach der nächsten Zigarette. Diese Sucht kannst Du jedoch überwinden. Wenn Du Dich mit dem Thema Rauchstopp beschäftigst und Dir Deine Rauchgewohnheiten vor Augen führst, ist das bereits der erste Schritt zur Entwöhnung.

Motivation und Unterstützung: Darauf kommt es an!

Wichtigste Voraussetzung dafür, mit dem Rauchen aufzuhören, ist, dass Du es selbst willst! Zusätzlich gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die Dir den Ausstieg leichter machen können. Zögere nicht, jede Unterstützung zu nutzen, die Du bekommen kannst.

Hier bekommst Du Unterstützung

  • Sprich mit Deinem behandelnden Arzt über Deine Pläne. Er kann Dich beraten, welche Hilfen für Dich infrage kommen.
  • Erkundige Dich nach einem Kurs zur Raucherentwöhnung in Deiner Nähe:
    www.anbieter-raucherberatung.de.
  • Frag auch bei Deiner Krankenkasse nach: Oft werden Entwöhnungskurse angeboten oder zumindest bezuschusst.
  • Sorge dafür, dass alle Deine Fragen zum Rauchen und zur Entwöhnung beantwortet werden. Das geht auch per Telefon, z. B. über das Beratungstelefon zum Nichtrauchen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA):
    Tel.: 0800 - 8 31 31 31 (kostenfrei)
    Montag bis Donnerstag von 10.00 bis 22.00 Uhr
    Freitag bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr

Rauchfrei mit CED: Du schaffst das!

Wenn Du alle Fragen zum Rauchstopp geklärt hast und für den nächsten Schritt bereit bist, dann leg los:
  • Setz Deinen persönlichen „Tag X“ fest.
  • Überleg Dir schon mal, was Du alternativ tun kannst, wenn das Verlangen nach einer Zigarette besonders groß wird.
  • Beseitige alles, was mit dem Rauchen zu tun hat, aus Deiner Umgebung – ab jetzt ist sie rauchfreie Zone.
  • Mach Dir immer wieder klar, warum Du mit dem Rauchen aufhören möchtest und welche Vorteile Du dadurch hast.
  • Nimm Dir fest vor: „Heute rauche ich nicht!“ Morgen interessiert Dich morgen.
  • Vielleicht warnst Du die Menschen in Deiner Umgebung vor, damit sie sich nicht wundern, wenn Du möglicherweise in den ersten Tagen ohne Kippen mal gereizt bist – sie werden sicher Verständnis haben.
  • Mach in den ersten Tagen besser einen Bogen um andere Raucher – und um Alkohol.
  • Tu Dir selbst etwas Gutes, lenk Dich ab, sorg für Entspannung oder mach Sport.
Du kannst es schaffen und vor allem auf jede nicht gerauchte Zigarette stolz sein. Viel Erfolg!

Quellen: Johnson G J et al. Review article: Smoking cessation as primary therapy to modify the course of Crohn's disease. Aliment Pharmacol Ther. 2005; 21: 921–931; DOI: 10.1111/j.1365-2036.2005.02424.x | Birrenbach T et al. Inflammatory bowel disease and smoking. A review of epidemiology, pathophysiology, and therapeutic implications. Inflamm Bowel Dis. 2004; 10(6): 848–859; DOI: 10.1097/00054725-200411000-00019.

Erstellt am: 18.05.2015
Zuletzt geändert am: 04.10.2016
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