Einschränkungen erkennen - Lösungen finden

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa finden leider oft immer wieder neue Wege, Dir das Leben schwer zu machen. Über manche Einschränkungen wird viel zu selten geredet – weil sie unangenehm oder peinlich zu sein scheinen. Andere werden einfach zu wenig beachtet, obwohl sie ganz schön zu schaffen machen. Wir möchten hier ein paar dieser Einschränkungen zum Thema machen und Dir Infos und Tipps liefern, damit Du etwas dagegen unternehmen kannst.

Umgang mit Einschränkungen bei CED


Einschränkungen erkennen – Lösungen finden

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa finden leider oft immer wieder
neue Wege, Dir das Leben schwer zu machen. Über manche
Einschränkungen wird viel zu selten geredet – weil sie
unangenehm oder peinlich zu sein scheinen. Andere werden
einfach zu wenig beachtet, obwohl sie ganz schön zu schaffen
machen. Wir möchten hier ein paar dieser Einschränkungen
zum Thema machen und Dir Infos und Tipps liefern, damit Du
etwas dagegen unternehmen kannst.
Ulla Hartmann
Thema
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Fatigue bei CED: Immer müde und erschöpft


Beim Fatigue-Syndrom handelt es sich um ständige, sehr belastende Erschöpfung. Bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ist es – wenn auch wenig bekannt – eine häufige Begleiterkrankung. Wenn Du Dich ständig massiv ausgelaugt fühlst und von bleierner Müdigkeit gequält wirst, die durch Schlaf oder Ruhephasen nicht wesentlich besser wird, hat Dich das Fatigue-Syndrom womöglich auch erwischt. Es gibt zwar keine „Fatigue-Therapie“, Du kannst jedoch einige Faktoren, die den Zustand fördern, beeinflussen. Auf diese Weise kann es gelingen, die quälenden Beschwerden zu mindern. Darüber hinaus gibt es Strategien, mit dem Fatigue-Syndrom besser zurechtzukommen, auch wenn es sich nicht einfach ausschalten lässt. Wichtig bei CED ist es auch, zu schauen, ob nicht eine andere Ursache hinter der Müdigkeit steckt, zum Beispiel eine Blutarmut bzw. ein Eisenmangel.

Energielos und ermattet – Fatigue ist sehr belastend

Fatigue ist eine große Belastung und viel mehr als nur ein kurzes Tief. Das Gefühl kompletter Erschöpfung – körperlich und geistig – ist anhaltend, führt zur totalen Kraftlosigkeit und schränkt die Leistungsfähigkeit ein. Häufig gesellen sich noch mangelnder Antrieb und ein erhöhtes Schlafbedürfnis hinzu. Die Energielosigkeit ist unabhängig von Belastungen und Schlaf führt nicht zur Erholung. Doch woher kommt Fatigue? Es handelt sich um eine eigenständige Erkrankung, die durch ein Zusammenspiel vieler Faktoren entsteht. Die genaue Ursache ist bislang nicht geklärt. Bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa kann eine erhöhte Krankheitsaktivität die Fatigue verstärken. Doch auch wenn die Entzündung unter Kontrolle ist, kann die übermäßige Müdigkeit anhalten.

Der totalen Erschöpfung auf den Grund gehen

Wenn Du bei Dir Zeichen einer Fatigue feststellst, sprich mit Deinem behandelnden Gastroenterologen darüber. Ein wichtiger erster Schritt ist es, festzustellen, ob die totale Erschöpfung eine andere Ursache hat. Die Entzündung im Körper kann eine Rolle spielen. Eine wirksame und anhaltende Behandlung Deiner CED ist daher wichtig. Mit der Entzündungskontrolle kann es vielleicht gelingen, auch die Müdigkeit zu bessern. Die Symptome und Folgen der CED – etwa Schmerzen oder Mangelernährung – können ebenfalls dazu führen, dass Du Dich ausgelaugt fühlst. Zu guter Letzt kann auch eine Blutarmut ständige Müdigkeit zur Folge haben. Anämie kommt häufig bei CED vor, meist wird sie durch Eisenmangel verursacht. Dein behandelnder Arzt kann Deine Blutwerte checken, um festzustellen, ob Dir eine Blutarmut bzw. ein Eisenmangel zu schaffen machen. Auch dies kann behandelt werden.

Strategien im Umgang mit Fatigue

Ist es das Fatigue-Syndrom, das zur Erschöpfung führt, kannst Du versuchen, Deinen Alltag so zu organisieren, dass Du besser damit umgehen kannst. Um Deine Beschwerden abzumildern, kann es zum Beispiel helfen, wenn Du Deinen Alltag besser strukturierst und Dir ausreichend Ruhe- und Pausenzeiten gönnst. Die durch CED ausgelöste Fatigue wird oft übersehen, da sie als Folge eines Erkrankungsschubs oder des stressigen Alltags angesehen wird. Wenn Du eine Fatigue vermutest, ist es deshalb wichtig, selbst die Initiative zu ergreifen und Dich mit Deinem Arzt zu beraten.


Tipps bei Fatigue

Strukturierter Tagesablauf und gute Alltagsplanung:

  • Setze Prioritäten und konzentriere Dich auf die Aufgaben, die wirklich erledigt werden müssen. Wähle für wichtige Tätigkeiten eine Tageszeit, zu der Du Dich womöglich noch fitter fühlst, zum Beispiel den Vormittag.
  • Hast Du an ausreichend Pausen gedacht? Sorge für Ruhezeiten und packe Deinen Tag nicht zu voll. Rechne genügend Zeit ein, die gar nicht verplant ist.

Offener Umgang mit Fatigue:

  • Sprich mit den Menschen, die Dir nahestehen – Deiner Familie, Deinem Partner oder Freunden – über die Fatigue. Es kann leichter fallen, die Situation anzunehmen, wenn Du Unterstützung hast.
  • Scheue Dich nicht davor, auch Hilfe in Anspruch zu nehmen, um Deinen Alltag mit der Fatigue zu meistern. Nach Unterstützung zu fragen bzw. diese zu akzeptieren, ist keine Schwäche.

Auf die Ernährung achten:

  • Ein Termin beim Ernährungsberater kann für Dich hilfreich sein. Auf diese Weise kannst du klären, ob Deine Nährstoffaufnahme und -verarbeitung im Gleichgewicht sind.
  • Mit einer ausgewogenen Ernährung kannst Du für Ausgleich sorgen, wenn zum Beispiel Durchfälle zu viele Mineralstoffe und Vitamine aus Deinem Körper spülen.

Unterstützung für die Psyche:

  • Überlege, wie Du mit Stress und psychischer Belastung besser umgehen kannst. Durch Stressmanagement oder eine Psychotherapie, etwa eine lösungsorientierte Verhaltenstherapie, kann es gelingen, das Müdigkeitsgefühl zu lindern.
  • Das Erlernen einer gezielten Entspannungstechnik, kann Dir bei der Stressbewältigung helfen. 

Erstellt am: 15.04.2019
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