Ernährung & Genuss

Du bist, was Du isst!

Essen ist wichtig! Es versorgt uns mit allem, was der Körper braucht. Essen ist ebenfalls wichtig, weil es Genuss bedeutet. Beides gilt auch, wenn Du eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung hast. Auf den folgenden Seiten findest Du alles zur Ernährung bei CED!

Prof. Dr. med. Dr. oec. troph. Jürgen Stein

Prof. Dr. med. Dr. oec. troph. Jürgen Stein
Leiter der Abteilung für Gastroenterologie, Proktologie und Ernährungsmedizin an den DGD Kliniken Frankfurt Sachsenhausen, unterstützt uns inhaltlich bei diesem Thema.

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Ernährung: Du bist, was du isst!

Essen ist wichtig! Es versorgt uns mit allem, was
der Körper braucht. Essen ist ebenfalls wichtig,
weil es Genuss bedeutet. Beides gilt auch, wenn
Du eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung
hast. Auf den folgenden Seiten findest Du alles
zur Ernährung bei CED!
Prof. Dr. med. Dr. oec. troph. Jürgen Stein
Leiter der Abteilung für Gastroenterologie, Proktologie und Ernährungsmedizin an den DGD Kliniken Frankfurt Sachsenhausen, unterstützt uns inhaltlich bei diesem Thema.
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Thema
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Nährstoffmangel durch Morbus Crohn und Colitis ulcerosa


Du atmest. Du läufst. Du denkst. Das und noch viel mehr scheint Dein Körper ganz automatisch und selbstverständlich zu regeln. Tatsächlich sorgen jedoch viele komplizierte Vorgänge dafür, dass unser Organismus funktioniert. Dafür benötigt er die unterschiedlichsten Nährstoffe in ausreichender Menge. Die meisten davon gelangen mit der Nahrung in den Körper.
Mit einer CED kann es jedoch sein, dass Dein Körper nicht genügend Nährstoffe erhält oder aufnehmen kann. Das kann verschiedene Gründe haben.

Mögliche Ursachen für einen Nährstoffmangel

  • Schmerzen, Durchfall und Übelkeit nehmen Dir den Appetit.
  • Du verträgst bestimmte Lebensmittel nicht, z. B. solche, die Laktose enthalten.
  • Du meidest bestimmte Lebensmittel aus Angst, dass sie Schmerzen oder andere Beschwerden verursachen.
  • In Phasen, in denen der Darm entzündet ist, braucht der Körper mehr Nährstoffe und kann andererseits bestimmte Nährstoffe nicht so gut aufnehmen und verwerten.
  • Bei Durchfall verlierst Du zusammen mit der Flüssigkeit auch Vitamine und Mineralstoffe.
  • Medikamente können ebenfalls die Aufnahme und Verarbeitung von Nährstoffen beeinflussen.

Bekommt Dein Körper über einen längeren Zeitraum zu wenig Nährstoffe, spricht man von Mangelernährung. Die Folge kann sein, dass Du zu wenig Energie bekommst und dadurch an Gewicht verlierst oder dass Dir Vitamine und Mineralstoffe fehlen.

Über Deine Ernährung kannst Du dafür sorgen, dass es Deinem Körper an nichts mangelt. Vorsorglich Vitaminpräparate oder andere Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, um einem Mangel vorzubeugen, ist nicht empfehlenswert. Dies sollte nur ganz gezielt passieren, wenn entweder ein Mangel eingetreten ist oder in bestimmten Situationen abzusehen ist, dass die Versorgung mit einem Nährstoff in Gefahr ist. So kann etwa durch die Therapie mit Kortisonpräparaten  ein Kalziummangel entstehen. Meistens reicht es nicht aus, dass Du Dir selbst – im Drogeriemarkt oder in der Apotheke – Tabletten mit dem gewünschten Inhalt wie Kalzium, Eisen oder Vitaminen kaufst. Zum einen enthalten sie in vielen Fällen nicht die ausreichende Menge des fehlenden Stoffes oder er kann in der angebotenen Form vom Körper nicht gut aufgenommen werden. Zum anderen ist es notwendig, dass Dein Arzt genau feststellt, wie viel und was Du benötigst. Sprich also mit ihm darüber, ob bei Dir ein Mangel bestehen könnte. Ist es bei Dir vielleicht zu einem Eisenmangel gekommen, kann er Dir Eisentabletten verschreiben. Ist der Mangel so groß, dass daraus sogar eine Anämie entstanden ist, wird er in der Regel mit Infusionen über die Vene behandelt. Sind bei Dir bestimmte Bereiche des Darms entfernt worden, sollte Dein Vorrat an Vitamin B12 überprüft werden. Ist der aufgebraucht, sollte dies zusätzlich gegeben werden.

Überblick: Wichtige Nährstoffe bei CED

Verschaff Dir einen Überblick, welche Nährstoffe in welchen Lebensmitteln enthalten sind. So kannst Du dafür sorgen, dass sie in Deinem Speiseplan immer wieder auftauchen.

Vitamin A

  • Wofür? Immunabwehr, Wundheilung, Sehkraft, Haut
  • Worin? In Butter, Käse, Eigelb; Provitamin  A: rotem, gelbem und grünem Gemüse
  • Ein Mangel kann entstehen durch: Störung der Fettverdauung
  • Folgen: Augenbeschwerden

Vitamin B12

  • Wofür? Blutbildung
  • Worin? In Fleisch, Eiern, Fisch, Milchprodukten
  • Ein Mangel kann entstehen durch: Entzündung oder nach operativer Entfernung des terminalen Ileums
  • Folgen: Anämie , zeigt sich z. B. durch Erschöpfung, Schwindel, Kopfschmerzen, blasse Haut, eingerissene Mundwinkel, brüchige Nägel

Vitamin D

  • Wofür? Knochen, Immunsystem
  • Worin? In Kaltwasserfisch, Eiern, Pilzen; der Körper bildet Vitamin D darüber hinaus durch Sonneneinstrahlung
  • Ein Mangel kann entstehen durch: Störung der Fettverdauung
  • Folgen: Osteomalazie 

Vitamin E

  • Wofür? Zählt zu den Antioxidantien 
  • Worin? In Pflanzenölen, Haferflocken, Samen, Nüssen, Eigelb, Butter
  • Ein Mangel kann entstehen durch:  Störung der Fettverdauung
  • Folgen: Müdigkeit, Reizbarkeit, trockene Haut

Vitamin K

  • Wofür? Blutgerinnung, Knochen
  • Worin? In Grünem Gemüse, Hühnerfleisch, Sonnenblumenöl
  • Ein Mangel kann entstehen durch: Störung der Fettverdauung
  • Folgen: Blutungen

Eisen

  • Wofür? Blutbildung, Transport von Sauerstoff
  • Worin? In Fleisch, Hirse, Quinoa, Amaranth, Roggen, Haferflocken, Hülsenfrüchten, Petersilie
  • Ein Mangel kann entstehen durch: Darmblutungen, geringere Aufnahme durch den Darm bei Entzündung
  • Folgen: Anämie , zeigt sich z. B. durch Erschöpfung, Schwindel, Kopfschmerzen, blasse Haut, eingerissene Mundwinkel, brüchige Nägel

Kalzium

  • Wofür? Knochen, Muskeln und Nerven
  • Worin? In Milch und Milchprodukten, Brokkoli, Fenchel, Mangold, kalziumreichem Mineralwasser
  • Ein Mangel kann entstehen durch: Langfristige Behandlung mit Kortisonpräparaten
  • Folgen: Osteoporose

Magnesium

  • Wofür? Muskeln, Nerven
  • Worin? In Vollkornprodukten, Haferflocken, grünem Gemüse
  • Ein Mangel kann entstehen durch: Anhaltende Durchfälle
  • Folgen: Muskelkrämpfe, Konzentrationsschwäche

Tipps für Dich 

Streiche über die Tipps um zu blättern.

Gewichtsverlust bei CED verhindern  

Es gibt Situationen, z. B. wenn Deine Krankheit besonders aktiv ist, in denen Du es nicht schaffst, genug zu essen, um die nötigen Kalorien zu Dir zu nehmen. Trinknahrung kann dann eine Unterstützung sein, damit Du nicht an Gewicht verlierst. Bitte besprich Dich auch hierzu mit Deinem Arzt.
 
Gewichtsverlust bei CED verhindern  

Kortisonpräparate und Kalzium

Deine CED wird mit einem Kortisonpräparat  behandelt? Dann solltest Du besonders darauf achten, genug Kalzium aufzunehmen. Die Therapie kann den Knochenaufbau beeinflussen und so zu Osteoporose führen. Um das zu verhindern, wird die Therapie in der Regel zusätzlich mit der Einnahme von Kalzium- und Vitamin-D-Präparaten begleitet. Vitamin D hilft dem Körper, Kalzium aufzunehmen und das Immunsystem zu stärken.
 
Kortisonpräparate und Kalzium
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Erstellt am: 15.09.2014
Zuletzt geändert am: 07.03.2016
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