Ernährung & Genuss

Du bist, was Du isst!

Essen ist wichtig! Es versorgt uns mit allem, was der Körper braucht. Essen ist ebenfalls wichtig, weil es Genuss bedeutet. Beides gilt auch, wenn Du eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung hast. Auf den folgenden Seiten findest Du alles zur Ernährung bei CED!

Prof. Dr. med. Dr. oec. troph. Jürgen Stein

Prof. Dr. med. Dr. oec. troph. Jürgen Stein
Leiter der Abteilung für Gastroenterologie, Proktologie und Ernährungsmedizin an den DGD Kliniken Frankfurt Sachsenhausen, unterstützt uns inhaltlich bei diesem Thema.

zum Expertenprofil

Prof. Dr. med. Dr. oec. troph. Jürgen Stein - Link zum Expertenprofil


Ernährung: Du bist, was du isst!

Essen ist wichtig! Es versorgt uns mit allem, was
der Körper braucht. Essen ist ebenfalls wichtig,
weil es Genuss bedeutet. Beides gilt auch, wenn
Du eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung
hast. Auf den folgenden Seiten findest Du alles
zur Ernährung bei CED!
Prof. Dr. med. Dr. oec. troph. Jürgen Stein
Leiter der Abteilung für Gastroenterologie, Proktologie und Ernährungsmedizin an den DGD Kliniken Frankfurt Sachsenhausen, unterstützt uns inhaltlich bei diesem Thema.
Thema
1
   

Verträgt sich Alkohol mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa?


Viel ist bislang nicht darüber bekannt, ob und wenn ja welche Wirkung Alkohol auf Morbus Crohn und Colitis ulcerosa hat. Es gibt aber eine Schweizer Studie, die ein wenig Licht in diese Angelegenheit bringt. Wissenschaftler aus Bern haben überprüft, wie viel Alkohol Menschen mit CED trinken und ob ihnen das gut bekommt oder nicht. Mehr als 500 Menschen mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa haben an der Studie teilgenommen. Es hat sich gezeigt, dass es zwischen Menschen mit CED und der übrigen Bevölkerung keine riesigen Unterschiede gibt, was die Trinkgewohnheiten angeht. Menschen mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa haben aber zum Teil ihr Trinkverhalten nach der Diagnosestellung geändert: Etwa ein Drittel trinkt weniger Alkohol und 6 % verzichten ganz darauf.

Mit und ohne CED: Trinkgewohnheiten im Vergleich

AlkoholkonsumMenschen mit CEDÜbrige Bevölkerung
Kein Alkohol 11 % 12 %
Monatlich 17 % 32 %
Weniger als 3x pro Woche     57 % 34 %
Mehr als 3x pro Woche 16 % 22 %
Komatrinker 11,3 % 12 %

Alkohol zeigt Wirkung bei CED

Die Studie hat ebenfalls eindeutig gezeigt, dass Alkohol vielfache Folgen für die CED hat. Bei einem Drittel der Teilnehmer der Studie hat sich durch den Alkohol der Durchfall verschlimmert. 15 % haben bemerkt, dass Bauchschmerzen und Blähungen stärker geworden sind. Ob durch das Trinken die Beschwerden mehr geworden sind, war unabhängig davon, ob es sich um Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa gehandelt hat. Bier, Wein oder Longdrink: Auch die Art der alkoholischen Getränke spielte bei der unerwünschten Wirkung des Alkohols keine Rolle.

Kein Alkoholverbot, aber bewusster Umgang bei CED

Die Moral von der Geschichte: Ein generelles Alkoholverbot für alle, die Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa haben, muss nicht ausgesprochen werden. Vielmehr solltest Du einen bewussten Umgang in Sachen Trinken pflegen. Viel und regelmäßig zum Glas zu greifen, schadet jedem Menschen – egal ob mit oder ohne CED. Hin und wieder Alkohol ist also kein Problem – wenn es Dir bekommt. Probiere am besten aus, ob bzw. wie Deine CED auf Alkohol reagiert. Dann kannst Du entscheiden, ob Du beispielsweise auf Partys oder in geselliger Runde auch mal etwas trinkst oder lieber ganz verzichtest. Von hochprozentigem Alkohol solltest Du generell Abstand nehmen, der kann die Darmschleimhaut reizen.

Kein Alkohol ist auch kein Makel

„Ach los, nur ein Bier“ oder „sei doch kein Partymuffel“ – hast Du solche Sprüche auch schon gehört, wenn Du was Alkoholfreies bestellt hast? Lass Dich davon nicht verunsichern, auch wenn’s nervt. Wenn Dir nicht danach ist, Deine CED als Grund zu nennen, leg Dir ein anderes Argument zurecht. Sag doch einfach, es schmeckt Dir nicht oder Du musst noch fahren. Kein Alkohol bedeutet ja auch nicht, dass Du den ganzen Abend mit dem Wasserglas rumstehst. Mit alkoholfreiem Bier, fruchtiger Limonade oder trendiger Fassbrause gibt es viele Alternativen – je nachdem, was Du verträgst. Na dann, Prost!

Quelle: Felix Brunner et. al. Alcohol Consumption Behaviour and Impact on Gastrointestinal Symptoms among Swiss IBD Patients. P0304. Poster anlässlich der 23. UEGW, 24.–28.10.2015, Barcelona, Spanien.

Erstellt am: 11.01.2016
Zuletzt geändert am: 07.03.2016